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Haus Tessenow

Obj.-Dok.-Nr.: 09075938
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Zehlendorf
Strasse: Sophie-Charlotte-Straße
Hausnummer: 7
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Datierung: 1929
Entwurf & Bauherr: Tessenow, Heinrich (Architekt)

Das Bestreben nach formaler Reduktion und Einschränkung des Wohnkomforts, (...), ist 1930 beim nebenstehenden Wohnhaus des Architekten Heinrich Tessenow, Sophie-Charlotte-Straße 7, in radikalster Weise weiterentwickelt worden. Der kleine Bau besteht aus einem kubischen Baukörper und einem auf der Trauflinie aufsitzenden Satteldach. Der Wohnraum nimmt fast die gesamte Erdgeschoßfläche ein, die Schlafzimmer liegen im ausgebauten Dachgeschoß. Der nach Süden gerichteten Gartenseite ist eine Holzlaube vorgesetzt. Das Plankonzept hat programmatischen Hintergrund: Der Bau repräsentierte für den Traditionalisten Tessenow den Grundtypus des Wohnhauses, das von Angehörigen aller sozialen Schichten bewohnt werden konnte. Privater Repräsentationsanspruch wird ebenso negiert wie experimentelle Form- und Raumordnungsvorstellungen, die für die avantgardistische Moderne wichtig waren. Nach dem gleichen Prinzip hatte Tessenow bereits 1905 Arbeiterhäuser für die Siedlung Neu-Döhlau entworfen; 1928 stellte die Modellsiedlung Am Fischtal unter seiner Planungsleitung Varianten dieser Grundform vor. In den Siedlungsprojekten der Nationalsozialisten wurde das sattelgedeckte Kleinhaus schließlich zum Idealtypus für die Volkswohnung.

In der Villenkolonie Zehlendorf-Grunewald blieb das Tessenowsche Kleinhaus in dieser reduziertesten Ausprägung aber ein Unikat, das neben der Mehrzahl der zur gleichen Zeit entstandenen Wohnbauten geradezu wie ein Behelfsheim wirkt. Die traditionalistische Auffassung setzte sich allerdings bei der Weiterentwicklung der Kolonie in den zwanziger und vor allem während der dreißiger Jahre grundsätzlich durch. Dabei weist die konservative Architektur in der Erscheinungsform eine Vielfalt auf, die den Einfluß unterschiedlicher Vorbilder, Ideologien und Schulen widerspiegelt.

Literatur:
  • Topographie Zehlendorf/Zehlendorf, 1995 / Seite 237f.