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Einfamilienhaus Schorlemerallee 14

Obj.-Dok.-Nr.: 09075425
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Schorlemerallee
Hausnummer: 14
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Einfamilienhaus
Datierung: 1936-1938
Bauherr: Ritzerfeld, Wilhelm
Entwurf: Luckhardt, Wassili & Luckhardt, Hans (Architekt)

Das Wohnhaus in der Schorlemerallee 14 wurde 1936-38 von den Brüdern Luckhardt gebaut - nach Auflösung deren Bürogemeinschaft, nunmehr jedoch ohne Beteiligung des jüdischen Architekten Alfons Anker. Die kühle Eleganz ausstrahlende weiße Villa des Fabrikanten Wilhelm Ritzerfeld liegt distanziert hinter einem niedrigen Vorgarten mit Bruchsteinmauer zurück. Die zweigeschossige, durch ein Stockwerkgesims horizontal betonte Straßenfassade ist sachlich, dabei überaus differenziert gestaltet: Im Erdgeschoss ist vor die Fassade ein Mauerband gelegt, das an den dreiteiligen Fenstern loggienartig ausgeschnitten ist, seitlich über den Bauwich hinausgeht und dann beiderseits als übereck vorspringende Mauer bis an die Straße fortgeführt wird. Das schiefergedeckte Walmdach, der axialsymmetrische Fassadenaufbau mit mittigem, breiten Hauseingang sowie die Tür- und Fensterrahmungen aus Werkstein sind als Anpassung an die offiziell traditionsbetonte Baukunst im Nationalsozialismus zu werten. Ganz anders hingegen ist die - in den 1980er Jahren teilweise veränderte - rückwärtige Front gestaltet: Vor die gesamte Fassade ist ein Wintergarten gestellt, dessen große Panoramascheiben - und ursprüngliche Asymmetrie - das Erdgeschoss prägen. Dahinter öffnet sich ein weiter Wohnraum zum Garten hin. Konstruktiv verwendeten die Architekten hier sowohl moderne als auch traditionelle Bautechnik nebeneinander. Während Straßen- und Giebelseiten in Mauerwerksbauweise ausgebildet sind, werden die Freizügigkeit im - leider veränderten - Hausinneren und die filigrane Leichtigkeit des Wintergartens auf der Rückseite durch ein Stahlskelett ermöglicht. Das Haus dokumentiert damit auf anschauliche Weise wie sich die Architekten Luckhardt, Protagonisten des Neuen Bauens in den 1920er Jahren, mit den baupolitischen und künstlerischen Zielstellungen des Nationalsozialismus auseinandersetzten. Es lässt nachvollziehen, wie die Architekten den neuen Vorgaben zu entsprechen versuchten, ohne eigene ästhetische Vorstellungen grundsätzlich aufzugeben.

Literatur:
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 97