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Realgymnasium Friedenau

Obj.-Dok.-Nr.: 09066311
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Schwalbacher Straße
Hausnummer: 3 & 4
Strasse: Homuthstraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5
Strasse: Rheingaustraße
Hausnummer: 9
Strasse: Wiesbadener Straße
Hausnummer: 80 & 81
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1908-1910
Entwurf: Altmann, Hans
Bauherr: Gemeinde Friedenau

Die heutige Rheingau-Oberschule wurde 1908-10 von Hans Altmann als Reform-Realgymnasium auf dem Grundstück Schwalbacher Straße 3-4/Homuthstraße 1-5/Rheingaustraße 9/Wiesbadener Straße 80-81 (Abb. 230, Liste Nr. 145), das einen ganzen Block einnimmt, erbaut. Das Schulgebäude - auf einem U-förmigen Grundriß als dreigeschossiger Bau mit hochaufragendem Turm ausgeführt - war der erste wichtige kommunale Bau des Gemeindebaurats Altmann.

Nördlich der Schule liegt ein Sportplatz.

Im Ostflügel ist im Erdgeschoß die Turnhalle untergebracht, darüber die zweigeschossige Aula mit Bühne und Orgel auf der Empore. Im West- und im Nordflügel sind die Klassen- und Fachräume sowie die Verwaltung untergebracht. Der Westflügel ist zweibündig mit Mittelflur angelegt und zum Hof und zur Straße orientiert, der Nordflügel dagegen einbündig mit einem Flur an der Nordseite gebaut, die Klassen- und Fachräume sind zum Hof orientiert. In den Gebäudeecken sind die beiden Haupttreppenhäuser mit den Hallen angeordnet, von denen aus Schüler und Lehrer sich in die Flure verteilen. Die Halle vor der Aula ist räumlich besonders prächtig mit vier zentralen Säulen ausgestaltet, auf denen der Kern des Turmbaus ruht. In den Kopfbauten der beiden Seitenflügel befinden sich zwei weitere Nebentreppen, die die Klassen im Westflügel und die Turnhalle mit der Aula im Ostflügel zusätzlich erschließen.

Die Schule hat drei Eingänge: Im Hof befindet sich am Westflügel ein zweigeschossiger Vorbau mit dem Haupteingang, über dem zwei überlebensgroße Figuren - Martin Luther und Johann Wolfgang von Goethe darstellend - in die Wand eingelassen sind. Im Winkel zwischen Nord- und Ostflügel bildet ein weiterer Eingang den Aufgang zur Aula, die zusätzlich durch ein prächtiges Doppelportal an der Homuthstraße zugänglich ist, das mit Porträtköpfen von Künstlern, Dichtern und Musikern geschmückt ist. Ein zusätzlicher Eingang an der Nordseite der Schule verbindet Schule und Sportplatz.

An drei Straßen wird der Dreiflügelbau mit dem Schulhof von einer Einfriedung aus Natursteinpfeilern und einem Zaun umschlossen, eine barock einschwingende Toranlage in der Mittelachse der Anlage öffnet den Zugang zum Schulhof.Die Schule besitzt eine symmetrische Anlage, ist durch viele zusätzliche Bauteile, vor allem durch den Hauptturm, durch Quergiebel, Nebentürme und Vorbauten bereichert, und erscheint als vielgestaltige, malerische Gebäudegruppe, die außerdem durch figürliche Bauplastik reich geschmückt ist. Der Bauschmuck stammt von dem Bildhauer Richard Kuöhl (1880-1961).

Literatur:
  • Altmann, H./ Das neue Realgymnasium in Friedenau in Das Schulhaus 13 (1911) 3 / Seite 99-111
  • Ehrenberg, Erwin/ Hans Altmann, Berlin 1927BusB V C 1991 / Seite 393f.
  • Bauwelt 2 (1911) 12 / Seite 17-22
  • Zentralblatt der Bauverwaltung 31 (1911) / Seite 601-604
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 31, 149-150
  • Blumensath, Das andere Friedenau, 1996 / Seite 77
  • Manormann, Siegfried, 25 Jahre Rheingau-Reformgymnasium, Berlin-Friedenau 1931Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 149