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Mietshaus Rheinstraße 11

Obj.-Dok.-Nr.: 09066271
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Rheinstraße
Hausnummer: 11
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1896
Entwurf: Rösler, Emil (Maurermeister)
Bauherr: Straus, Rudolf

Das viergeschossige Mietwohnhaus auf dem Grundstück Rheinstraße 11 (Abb. 122-24, Liste Nr. 120), das rückwärtig an das Grundstück Handjerystraße 72 stößt, wurde 1896 nach Plänen von Emil Rösler erbaut, das Haus auf dem angrenzenden Grundstück 1892-96 nach Plänen von James Ruhemann. Der Bauherr der beiden Wohnhäuser war Rudolf Straus. Die beiden Häuser umschlossen einstmals einen Doppelhof mit Gartenanlagen, seit den dreißiger Jahren sind die Höfe jedoch durch eine Mauer getrennt.

Das Haus Rheinstraße 11 wurde - im Gegensatz zur Nr. 10 - in gelblichem Klinkermauerwerk errichtet. Die Straßenfassade ist wie die von Nr. 10 symmetrisch aufgebaut: Beiderseits der Mittelachse zeigt sie breite dreiseitige, von Quergiebeln bekrönte Erker und in den äußeren Achsen Loggien. Zwischen den Erkern sind in der Mitte breite Balkons angelegt, die im ersten und dritten Obergeschoß als Veranden verglast worden sind. Die Loggien zeigen eingestellte Säulen, zwischen denen kleine Rundbalkons vorspringen. Jeder Quergiebel trägt ein Wappen mit einem schräggestellten Balken. Die reiche Fassadendekoration in den Formen der deutschen Neorenaissance ist gut erhalten, ebenso das Vestibül mit einer Wechselpodesttreppe und einer eleganten spätklassizistischen Dekoration. Die Wände bestehen aus gelblichem Stuckmarmor und sind durch Pilaster mit Frauenköpfen gegliedert, die Relieffelder in der Frieszone zeigen Putten mit Girlanden und Füllhörnern oder mit Wappen in den Händen, auf denen Freimaurer-Insignien zu sehen sind. Die Deckenfelder sind ausgemalt mit einem imaginären Himmel mit Zweigen, Blumen, Vögeln.

Das Haus demonstriert in seinem Äußeren wie in seinem Entree die Wohn- und Lebensvorstellungen des Bürgertums des späten 19. Jahrhunderts in anschaulicher Weise.

Literatur:
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 91