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Landhaus Niedstraße 17

Obj.-Dok.-Nr.: 09066255
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Niedstraße
Hausnummer: 17
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus
Datierung: 1884
Entwurf & Bauherr: Nagel, Max (Architekt)

In der Niedstraße überwiegen wie in der Schmargendorfer Straße die ein- und zweigeschossigen Landhäuser der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts, sie sind allerdings nicht so zahlreich und dicht vertreten wie in der Parallelstraße.

Das Nachbarhaus Nr. 17 (Abb. 96, Liste Nr. 104) wurde 1884 ebenfalls von Max Nagel als zweigeschossiger, vierachsiger und kompakter würfelförmiger gelber Sichtziegelbau mit roten Ziegelstreifen auf hohem Souterrain errichtet; es ist mit einem Zeltdach gedeckt. Das Haus weist einen Vierfelder-Grundriß mit seitlicher Erschließung und eingeschobenem Treppenhaus auf. An der Gartenseite ist ein Loggienvorbau mit Altan im Obergeschoß angebaut, im westlichen Bauwich ein Anbau eingeschoben worden. Das originale Lanzengitter der Einfriedung ist erhalten.

Ein Vergleich der Landhäuser am Friedrich-Wilhelm-Platz, in der Niedstraße und in der Schmargendorfer Straße läßt erkennen, daß vor allem der ökonomische quadratische Vierfelder-Grundriß dominiert und daß die Baukörpergliederung von den Architekten in wenigen Varianten ausgeführt wird: als strenger, würfelförmiger, zweigeschossiger Baukörper mit Zeltdach, als malerischer eingeschossiger Bau mit asymmetrisch angeordnetem Quergiebel oder als eingeschossiger Bau mit giebelständigem Baukörper. Die Bauten können durch bauliche Elemente wie Holzveranden, Vorlauben, Terrassen, Erker oder Freitreppen differenziert und die Rohziegelfassaden durch polychrome Zierverbände, Streifen und Ornamente (Rauten, Kreuze und anderes) belebt werden. Bei den Friedenauer Landhäusern handelt sich um Typenbauten, deren Erscheinungsbild von den Architekten immer wieder kontrastreich variiert wird, so daß keine Monotonie im Straßenbild aufkommt.

Literatur:
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 76