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3. Gemeindeschule Friedenau

Obj.-Dok.-Nr.: 09066241
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Laubacher Straße
Hausnummer: 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 27
Strasse: Offenbacher Straße
Hausnummer: 5A
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1913-1914
Entwurf: Altmann, Hans

Die heutige Ruppin-Grundschule und die Bobertal-Oberschule auf dem Grundstück Laubacher Straße 22-27/Offenbacher Straße 5 A (Abb. 188-90, Liste Nr. 16) wurden 1913-14 als III. Gemeindeschule Friedenau für Knaben und Mädchen mit dem Turngerätehaus nach Plänen von Hans Altmann erbaut. Sie war die letzte Schule, die Altmann für die Gemeinde Friedenau errichtet hat. Unmittelbar nach der Fertigstellung begann der Erste Weltkrieg, das Gebäude wurde daher ab Dezember 1914 als Lazarett verwendet und konnte erst ab Ostern 1919 als Schule genutzt werden.

Die Gesamtanlage besteht aus zwei dreigeschossigen, winkelförmig zueinander angeordneten Baukörpern, die durch ein Brückenbauwerk miteinander verbunden sind. Die Bauten sind in rotem Sichtziegelmauerwerk ausgeführt und reich mit Terrakotta-Bauschmuck verziert. Der Südflügel an der Offenbacher Straße ist im Grundriß zweibündig; nach Süden orientiert sind die Klassenräume sowie die beiden Treppenhäuser an den Giebeln im Westen und im Osten, nach Norden die beiden Turnhallen sowie die Aula, die alle übereinander angeordnet sind. Eine Segmentbogentonne überwölbt die mit einer Bühne und einer Empore ausgestattete Aula. Diese ist weitgehend original erhalten, die Tonnendecke und die Emporenbrüstung sind reich dekoriert.Im ersten Obergeschoß schwingt sich das Brückenbauwerk auf einem Rundbogen vom Süd- zum Nordflügel und verbindet im ersten und zweiten Obergeschoß - sowie im dritten Obergeschoß als Terrasse - die beiden Flügel. Auch der Nordflügel ist im Grundriß zweibündig angelegt, die Klassenräume sind nach Westen zum Sportplatz und nach Osten zum Friedhof an der Stubenrauchstraße orientiert. Auch in diesem Flügel sind zwei Treppenhäuser an den Giebeln im Norden und im Süden angeordnet.

Im Nordflügel befindet sich im dritten Obergeschoß eine weitere, kleine Aula.Die beiden dreigeschossigen Bauten auf hohem Souterrain mit steilen Walmdächern sind als Pfeilerbauten ausgeführt. Je drei Fensterachsen belichten einen Klassenraum, je drei Achsen sind zu einem Risalit oder zu einer Rücklage zusammengefaßt. Die Hauptfassaden des Nordflügels werden durch drei um ein Geschoß überhöhte Risalite gegliedert, die mit steilen Giebeln bekrönt sind, und die Schmalseiten durch einen überhöhten Risalit und Giebel betont.

Die Hauptfassaden des Südflügels werden ebenfalls durch Eckrisalite gegliedert. Die Nordfassade wird durch sechs Giebel, hinter denen die Aula liegt, rhythmisiert, die Südfassade jedoch nur durch zwei Giebel bekrönt und durch zwei Erker belebt. Im Erdgeschoß befinden sich neben den Treppen zwei rundbogige Eingangsportale mit Kindergruppen aus Terrakotta an den Portalgewänden sowie mit Kinderköpfen aus Terrakotta an den Archivolten. Die Terrakotten stammen von dem Bildhauer Bernhard Butzke. An der Ostseite des Südflügels ist eine halbrunde Terrakotta-Platte mit der Inschrift "Erbaut im Jahre 1913" eingelassen.

An der Ecke Offenbacher/Laubacher Straße befindet sich ein Hofbereich der Schule, der von einer erhöhten, winkelförmigen Ziegelmauer eingefriedet ist.

Das Turngerätehaus an der Ecke Laubacher Straße/Fehlerstraße ist ein eingeschossiger, winkelförmiger Bau nach Plänen von Altmann. An der Ecke erhebt sich auf einem hohen Souterrain ein eingeschossiger Rundbau auf ovalem Grundriß aus rotem Sichtziegelmauerwerk, zu dem eine leicht gebogene Freitreppe hinaufführt und der mit einem Mansarddach gedeckt ist. Zur Ecke hin ist dem Mansarddach ein gebogener Quergiebel mit zwei Fenstern vorgesetzt. In beiden Straßen schließen sich walmdachgedeckte Holzbau-Seitenflügel mit vertikaler Holzverschalung an, die sich ursprünglich als Veranden zum Sportplatz hin öffneten und heute verglast sind. Das Turngerätehaus dient als Vereinshaus und Casino des Friedenauer TSC, der auch den Sportplatz als Trainings- und Spielstätte nutzt.

Literatur:
  • Ehrenberg, Erwin/ Hans Altmann, Berlin 1927Hoff/ Streifzüge 2, 1986 / Seite 56-59 (Schulen in Friedenau)
  • Friedenau 1986 / Seite 135
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 128