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Post Handjerystraße 33 & 34 & 35 & 36 Schmargendorfer Straße 27 & 28 & 29

Obj.-Dok.-Nr.: 09066218
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Handjerystraße
Hausnummer: 33 & 34 & 35 & 36
Strasse: Schmargendorfer Straße
Hausnummer: 27 & 28 & 29
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Post
Datierung: 1915-1920
Umbau: 1930-1935
Entwurf: Meyer, Ludwig
Entwurf: Gaedicke, Robert
Bauherr: Reichspostamt

Das Postamt 410 am Renée-Sintenis-Platz , Handjerystraße 33-36 Ecke Schmargendorfer Straße 27-29 (Abb. 84, Liste Nr. 65), ist - wie Kirche und Rathaus - eines der Zentren in Friedenau. Auf diesem Grundstück war ursprünglich der Bau des Rathauses Friedenau vorgesehen, das dann aber am Lauterplatz (heute Breslauer Platz) gebaut wurde. Das Postamt wurde 1915-20 von Ludwig Meyer errichtet und 1930-35 von Robert Gaedicke durch Bauten im Hof erweitert. Am Renée-Sintenis-Platz erhebt sich auf niedrigem Basaltsockel der wuchtige viergeschossige, siebenachsige, verputzte Kopfbau mit einem flachen, fünfachsigen Mittelrisalit, gegliedert durch ionische Kolossalpilaster, die drei Geschosse zusammenfassen und ein Architravgesims tragen, auf dem das dritte Obergeschoß mit Rundbogenfenstern ruht. Über dem Traufgesims erhebt sich ein mächtiges Walmdach, dem eine Balustrade mit dem Reichsadler im Schild vorgesetzt ist. Der Kopfbau folgt mit seiner konkaven Fassade dem Rund des Platzes. Die große Schalterhalle im Erdgeschoß wird durch 2 x 4 Stützen gegliedert. Die Stützen zeigen, daß das Gebäude eine moderne Mischkonstruktion aus tragendem Außenmauerwerk und innerem Skelett besitzt.

Das Postgebäude setzt sich mit zwei fast gleichlangen Flügeln in die angrenzenden Straßen fort, in die Schmargendorfer Straße mit elf und in die Handjerystraße mit zwölf Achsen. Die Flügelbauten sind niedriger als der Kopfbau: Bis zum zweiten Obergeschoß sind die Geschoßhöhen identisch, das dritte Obergeschoß ist hier jedoch deutlich niedriger. In der Front an der Schmargendorfer Straße befindet sich die Rundbogeneinfahrt in den Hof mit den Garagen und dem Seitenflügel mit Treppenturm, die mit Klinkern verblendet sind. Außerdem ist hier ein Nebeneingang angeordnet. In der Front an der Handjerystraße erschließen zwei große Säulenportale (Nr. 34 und 35) und ein kleines abschließendes Portal (Nr. 36) das Gebäude. Die beiden großen Portale werden im Dachgeschoß von einem großen Schweifgiebel zusammengefaßt, der mit einem ovalen Fenster, zwei Meerweibchen und Girlanden besetzt ist.

Das Friedenauer Postamt ist das letzte, das vor dem Ende des Kaiserreichs in Berlin gebaut wurde und ein herausragendes Dokument staatlicher Repräsentation bei einem Infrastrukturbau der Wilhelminischen Ära.

Literatur:
  • Jaeger/ Posthorn und Reichsadler, 1987 / Seite 122-127
  • BusB X B 4 1987 / Seite 189
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 70-72