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Königin-Luise-Lyzeum & Gemeindeschule Friedenau

Obj.-Dok.-Nr.: 09066204,T
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Goßlerstraße
Hausnummer: 13 & 14 & 15
Strasse: Rheingaustraße
Hausnummer: 7
Strasse: Schwalbacher Straße
Hausnummer: 11 & 12 & 13
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Turnhalle
Datierung: 1910-1911 & 1904-1906

Die Stechlinsee-Grundschule und die Paul-Natorp-Oberschule sind auf dem gemeinsamen Grundstück Goßlerstraße 13-15/Rheingaustraße 7/Schwalbacher Straße 11-13 angesiedelt. Sie wurden nicht gleichzeitig errichtet und stammen von verschiedenen Architekten, von Johannes Duntz und Hans Altmann. Duntz war nach dem Tod des Gemeindearchitekten Max Nagel 1904 bis zur Berufung von Altmann 1906 der kommissarische Stellvertreter des Gemeindearchitekten. An die kommunale Bautätigkeit von Duntz erinnert auch das Elektrizitätswerk Friedenau von 1905-07 an der Rheingaustraße 30/Kreuznacher Straße 2, das 1936 stillgelegt wurde und seitdem von der BEWAG genutzt wird.

Literatur:
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 152-155
Teilobjekt Paul-Natorp-Schule
Teil-Nr.: 09066204,T,001
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1910-1912
Entwurf: Altmann, Hans
Bauherr: Gemeinde Friedenau

Die heutige Paul-Natorp-Oberschule (Abb. 235 f., Liste Nr. 14) wurde als Königin-Luise-Schule für Mädchen 1910-12 auf dem Grundstück an der Goßlerstraße 13-15 nach einem Entwurf von Hans Altmann erbaut.

Diesen unkonventionellen Schulbau hat er als "Hallenschule" auf T-förmigem Grundriß mit einer breiten Front zur Goßlerstraße und um eine sich in die Tiefe des Grundstücks erstreckende, zentrale Aula mit den flankierenden Klassenräumen entwickelt. Das kompakte Schulgebäude wird durch einen Portalvorbau und ein Vestibül erschlossen, das sich zur Aula hin öffnet. Die zweigeschossige Aula ist vertieft angelegt, wird durch ein Glasoberlicht belichtet und auf drei Seiten in zwei Geschossen von galerieartigen Fluren umzogen. An der vierten Seite ist die Bühne angeordnet. Die Klassen liegen außen an den Fluren, nach innen kann man in die hallenartige Aula hinabschauen.

Der Straßentrakt und der westliche Klassentrakt sind viergeschossig, der östliche Klassentrakt dagegen ist nur zweigeschossig, so daß der Lichteinfall durch das Glasdach über der Aula gesichert ist. Die Aula selbst ist bei den Instandsetzungsarbeiten um 1985 in ihrer Gestaltung stark vereinfacht worden.Die Straßenfront wird durch zwei hohe Quergiebel beiderseits der Mittelachse mit reicher Gliederung durch Fialen sowie durch einen eingeschossigen Eingangsvorbau mit Altan im ersten Obergeschoß malerisch gegliedert.

Die Fassade ist verputzt, die schmückenden Architekturglieder - Fenstergewände, Vorbau, Fialen und Konsolen - sind jedoch aus Naturstein gearbeitet. Auch die Seitenfassaden sind aufwendig gestaltet: Ihr Knick bei der Umschließung des Bühnenbaus der Aula wird durch einen Rundturm mit spitzem Kegeldach vermittelt. Das Ende der viergeschossigen Klassentrakte wird durch hohe Querhäuser und -giebel betont. Das ungewöhnliche Schulgebäude zeichnet sich auch durch eine reich gegliederte Dachlandschaft aus.

Literatur:
  • Das Schulhaus 13 (1911) 11 / Seite 475-483
  • Bauwelt 2 (1911) 12 / Seite 25-39
  • Hoff/ Streifzüge 2, 1986 / Seite 56ff.
Teilobjekt Stechlinsee-Schule
Teil-Nr.: 09066204,T,002
Sachbegriff: Schule & Turnhalle
Entwurf: Duntz, Johannes (Architekt)
Bauherr: Gemeinde Friedenau

Die heutige Stechlinsee-Grundschule (Abb. 234, Liste Nr. 14) wurde 1904-06 auf dem Grundstück an der Rheingaustraße 7 als II. Gemeindeschule für Mädchen mit einer Turnhalle nach Plänen von Johannes Duntz errichtet, nachdem sich die "I. Gemeindeschule" auf dem Grundstück an der Albestraße längst als zu klein erwiesen hatte.

Das Schulgebäude ist ein viergeschossiger Putzbau auf hohem Souterrain mit steilem Walmdach auf einem Rechteckgrundriß, zweibündig angelegt mit einem Mittelflur und Klassenräumen an jeder Längsfront. Auf dem Dach erhebt sich ein Dachreiter. In der Mittelachse jeder Längsfront ist ein breiter Mittelrisalit eingefügt, in dem jeweils asymmetrisch ein erkerartig vorspringendes Treppenhaus so angeordnet ist, daß im Grundriß die beiden Treppenhäuser an der Ost- und der Westseite des Schulbaus nicht genau einander gegenüber, sondern versetzt liegen, um die Fluchtwege zu verkürzen. Der Mittelrisalit wird mit einem großen neobarocken Giebel mit Uhr überhöht, dem ein kleinerer Giebel für den Treppenhauserker vorgesetzt ist, in dem die Jahreszahl "1906" als Datum der Fertigstellung der Schule zu lesen ist. Auch die Seitenfronten sind durch neobarocke Giebel bekrönt. Die Längsfronten mit ihren gleichmäßig gereihten Fensterachsen werden durch Bauschmuck kaum belebt, dafür sind die 26 Buchstaben des Alphabets in Fraktur in die Pfeiler des Gebäudes beiderseits des Treppenhauses eingelassen.

Zur Gemeindeschule gehört auch das Turnhallengebäude, das als zweigeschossiger Bau über zwei übereinanderliegende Turnhallen verfügt. In neobarocken Formen ist es mit einem breiten Walmdach gedeckt und an beiden Giebelseiten durch Eingänge und Treppen erschlossen, so daß jede der beiden Schulen zu der von ihr genutzten Turnhalle einen eigenen Zugang von ihrer Seite hat.