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Thom-Fabrik

Obj.-Dok.-Nr.: 09066175
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Bennigsenstraße
Hausnummer: 23 & 24
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Fabrikgebäude & Einfriedung
Datierung: 1904-1905
Entwurf: Vogler, Peter

In der Bennigsenstraße 23-24 (Abb. 166, Liste Nr. 25) errichtete der Architekt Peter Vogler 1904-07 in zwei kurz aufeinander folgenden Bauabschnitten das viergeschossige, dreizehnachsige Gebäude der Bauklempnerei Paul Thom. Diese Firma war 1899 in Berlin gegründet worden und übersiedelte 1904 nach Friedenau in den zuerst fertiggestellten westlichen Bauabschnitt des Fabrikgebäudes.

1907 konnte der zweite Bauabschnitt bezogen werden. Im westlichen Bauteil waren die Bauklempnerei und vermietbare Räume untergebracht, im östlichen die Treib- und Montagewerkstatt sowie die Verwaltung.

Das Fabrikgebäude mit einer Grundfläche von 46 x 15 Metern ist als Mischkonstruktion ausgeführt: Die Außenmauern und eine Mittelstützenreihe tragen die Decken (Kappen- und Betondecken). Die beiden Bauabschnitte unterscheiden sich in der Straßenfassade auch äußerlich voneinander: Der erste Bauabschnitt mit sechs Achsen zeigt eine strenge, gleichmäßig durch Pfeiler und Fenster gegliederte Fassade, aus der nur die Treppenhausachse am Westgiebel etwas vortritt; der zweite Bauabschnitt mit sieben Achsen ist durch zwei Standerker und eine ungleichmäßigere Befensterung sehr viel unruhiger und malerischer gegliedert. Der eine Erker nimmt die Hofdurchfahrt auf, der andere das zweite Treppenhaus. Hinzu kommt noch die überlebensgroße Skulptur eines Schmieds auf einer Konsole am ersten Obergeschoß vor einem Pfeiler zwischen zwei Fenstern. Die bronzene Skulptur, die die Züge des Firmengründers trägt, wurde von der Firma Thom selbst ausgeführt; sie erscheint in der Achse der Stierstraße und weist schon von weitem auf die Bauklempnerei hin.

Das Fabrikgebäude ist neben den Bauten für die Firmen Carl Bamberg und C. P. Goerz der dritte bedeutende Industriebau in Friedenau.

Literatur:
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 115-116