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Verein Deutscher Ingenieure

Obj.-Dok.-Nr.: 09065039
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Ebertstraße
Hausnummer: 25
Strasse: Dorotheenstraße
Hausnummer: 103
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bürogebäude
Datierung: 1911-1914
Entwurf: Reimer und Körte (Architekt)
Bauherr: Verein Deutscher Ingenieure

Nachdem die Räume im Vereinshaus Charlottenstraße 43 zu klein geworden waren, beauftragte der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) 1911 erneut die Architektengemeinschaft Reimer & Körte mit dem Entwurf für ein neues Gebäude in der Ebertstraße 27. Der 1911-14 realisierte Bau veranschaulicht die enorme Entwicklung des Vereins innerhalb weniger Jahre. Auf dem Eckgrundstück Ebertstraße und Dorotheenstraße wurde ein eindrucksvolles fünfgeschossiges Gebäude errichtet, das bis auf die Räume im Erdgeschoss vom Ingenieursverein genutzt wurde. "Für die Gestaltung der Fassade war die Lage des Hauses in unmittelbarer Nachbarschaft des Brandenburger Tores und des Reichstagsgebäudes von wesentlichem Einfluss." (1) Es wurde jedoch nicht versucht, die Wirkung dieser Monumente zu übertreffen, sondern sich durch die Wahl des Materials und eine zurückhaltende Monumentalität dieser Nachbarschaft als würdig zu erweisen. Die Fassaden sind mit Wünschelburger Sandstein verkleidet, der auch für das Reichstagspräsidentenpalais verwendet worden war. Umbauten nach dem Krieg lassen das Haus heute ohne das ursprüngliche Walmdach, ohne Segmentbogenverdachungen, Skulpturenschmuck und Baluster strenger erscheinen, die Fassadengliederung ist jedoch gleich geblieben: Über dem Sockelgeschoss sind zwei Stockwerke zur "Belle Etage" zusammengefasst, darüber liegen ein weiteres Obergeschoss und ein hinter einer Balustrade zurücktretendes Attikageschoss. Der große Vereinssaal zeigt sich an den hohen Fenstern im ersten Obergeschoss zur Ebertstraße. Bei Umbauten 1952-54 erhielten das Haupttreppenhaus und der Saal eine neue Ausgestaltung. Die Keramikausstattung im Treppenhaus stammt von Hedwig Bollhagen.

Das jetzt in das Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestages integrierte Gebäude erhielt an Stelle des im Krieg verlorenen Walmdachs einen gläsernen Aufbau (Architekt Pie de Bruijn) mit mehreren Sitzungssälen.


(1) Vgl. o.V., Das neue Haus des Vereins deutscher Ingenieuere in Berlin, in: Zentralblatt der Bauverwaltung 34 (1914), S. 344. Weitere Veröffentlichung über den Neubau des Vereinshauses: o.V., (Vereinshaus Deutscher Ingenieure in Berlin), in: Architektur des 20. Jahrhunderts 14 (1914) 3, S. 29, Taf. 54.

Literatur:
  • N.N./ Das Haus des Vereins deutscher Ingenieure in
    Bauwelt 5 (1914) 9 / Seite 13
  • N.N./ Kontrolle der künstlerischen Wirkung eines Bauwerks in
    Bauwelt 3 (1912) 52 / Seite 13
  • N.N./ o.T. in
    Die Architektur des 20. Jahrhunderts 14 (1914) 3 / Seite 29
  • N.N./ Das neue Haus des Vereins deutscher Ingenieuere in Berlin in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 34 (1914) / Seite 341-345
  • N.N./ o.T. in
    Baugewerks-Zeitung 46 (1914) / Seite 469
  • Haberlandt 22 (1912) / Seite Juni 1912 bis November 1913
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 303