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Kurfürstenhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09065021
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Spreeufer
Hausnummer: 5
Strasse: Poststraße
Hausnummer: 4 & 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Geschäftshaus
Datierung: 1895-1896
Umbau: 1927
Umbau: 1954
Entwurf: Gause, Carl (Architekt)
Bauherr: Ebell, Gustav (Kaufmann)

Am Spreeufer entstand am Ende des 19. Jahrhunderts eine Reihe viergeschossiger so genannter "Warenhäuser", von denen nur das Kurfürstenhaus, Spreeufer 5, erhalten ist. (1) Es wurde 1895-97 im Stil der Neorenaissance von Carl Gause erbaut und 1927 im Hof und an der Fassade Poststraße 4-5 umgestaltet. Die Fassade des repräsentativen Geschäftshauses aus rotem Sandstein wird durch einen Mittelrisalit mit aufsatzbekröntem Giebel und einen asymmetrischen Treppenhauserker betont. Große Fenster und schmale Wandflächen, die in den Obergeschossen nahezu auf horizontale und vertikale Bänder reduziert sind, verweisen bereits auf die typischen Pfeilerfassaden der Geschäftshäuser der Jahrhundertwende. Der reiche Schmuck, besonders an Risalit und oberstem Geschoss, dokumentiert dagegen noch das Festhalten an der alten Bautradition und den Wunsch nach Selbstdarstellung des Bauherrn. Ebenso reich ausgestattet ist das Haupttreppenhaus mit gusseiserner Treppe sowie die Hofseite mit weißer Klinkerfassade und dekorativen Fensterstürzen. Die 1927 an- und umgebauten Hofgebäude hingegen sind schlicht gegliedert und hell verputzt, die Fassade zur Poststraße ist in einer für die konservativen Architekturströmungen der 1920er Jahre typischen Kombination aus neoklassizistischen und barocken Elementen gestaltet.


(1) Vgl. Ebe 1902.

Literatur:
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 63 f.
  • Adressbuch, 1896 & Adressbuch, 1927 / Seite Bd. II, Straßenverzeichnis
  • Deutsche Bauhütte 6 (1902) / Seite 118, 120, 123
  • Schweizerische Bauzeitung 35 (1900) / Seite 89, Taf. 6
  • Moderne Bauformen 3 (1896) / Seite Taf. 97
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 190