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Mietshaus Fraenkelufer 38

Obj.-Dok.-Nr.: 09060151
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Fraenkelufer
Hausnummer: 38
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1979-1985
Entwurf: Baller, Inken & Baller, Hinrich (Architekt)
Bauherr: GSW als Sanierungsträger, Land Berlin

Die beiden 1984-85 fertig gestellten, annähernd identisch ausgeführten Torhäuser Fraenkelufer 38 und 44 von Hinrich und Inken Baller ordnen sich in die Fassadenflucht der benachbarten historischen Mietshäuser ein. In der offenen Verbindung zwischen Straßenraum und Hof wirkt die Vielzahl der schräg gestellten Stützen wie ein Filter; zugleich bot die ungewöhnliche Aufstellung auch statische Vorteile, die einer schlanken Ausführung dienten: "Die schräg gestellten Stützen verbinden Lastschwerpunkte mit dem jeweiligen Schwerpunkt der Fundamente, wodurch zusätzliche Biegespannungen für die Stützen, insbesondere im Giebelbereich der Torhäuser, entfielen", beschrieben die Architekten die Eigenheit der Konstruktion. (1) Die straßenseitig über dem Luftgeschoss ausgeführten vier Hauptgeschosse haben eine Raumhöhe von 3,60 Metern und korrespondieren in etwa mit den Geschosshöhen der Nachbarbauten. Zum Innenhof wurden über dem Luftgeschoss fünf Normalgeschosse mit einer Raumhöhe von 2,80 Metern ausgeführt. Das Dachgeschoss ist beidseitig durch hohe Gauben geöffnet und hat anstelle der Balkone einen Austritt über die gesamte Fassadenbreite. Die über einen zum Hof orientierten Erschließungsturm mit Treppen und Fahrstuhl erreichbaren Wohnungen sind jeweils axialsymmetrisch aufgebaut und als Zweispänner erschlossen. Nach Möglichkeit wurden die Normalgeschosse als Split-Level ausgeführt, um eine Varianz in den Raumhöhen zu erzeugen. Im 3. und 4. Geschoss sind Maisonettewohnungen untergebracht. Die Grundrisse der neuen Bauten zeichnen sich durch die Vermeidung rechter Winkel aus. Die Architekten forderten die Aneignung der Häuser statt bloßes Bewohnen; die komplexen Grundrisse, die Durchblicke und Höhenversprünge sollten zur einer intensiveren Auseinandersetzung des Nutzers mit der Raumstruktur führen. Das Architektenpaar Baller wollte den Standardisierungen im Neubau eine Alternative entgegensetzen, die der Qualität vieler Altbauwohnungen entsprach: "Alle neuen Grundrisse sind so disponiert, dass Durchblicke Raumzusammenhänge erleben lassen, die dem Wohngefühl im Altbau nahekommen." 2


(1) Baller, Hinrich und Inken: Neues Bauen am Fraenkelufer. In: Idee, Prozess, Ergebnis. Die Reparatur und Rekonstruktion der Stadt, hrsg. v. Senator für Bau und Wohnungswesen, Berlin 1984, S. 157.

(2) Baller, Hinrich und Inken: Neues Bauen am Fraenkelufer. In: Idee, Prozess, Ergebnis. Die Reparatur und Rekonstruktion der Stadt, hrsg. v. Senator für Bau und Wohnungswesen, Berlin 1984, S. 157.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 302 f.