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Mietshaus Admiralstraße 15

Obj.-Dok.-Nr.: 09060133
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Admiralstraße
Hausnummer: 15
Denkmalart: Ensembleteil
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1889
Entwurf: Wolff, Hermann

Das Zweite Stadterneuerungsprogramm von 1974, das von der Berliner Landesregierung nach den Protesten gegen die radikale Stadtsanierung und als Reaktion auf die vielen Hausbesetzungen in Kreuzberg aufgelegt wurde, verfolgte das Ziel, die Flächensanierung zu stoppen und nach Möglichkeit die Bebauung an den Blockrändern zu erhalten. Diesem Programm folgend wurde 1979 im Block Fraenkelufer/Erkelenzdamm/Admiralstraße die Reihe der überwiegend aus den 1880er Jahren stammenden Mietshäuser weitgehend erhalten, die bis zum Elisabethhof am Erkelenzdamm reichenden Querhäuser und Seitenflügel jedoch abgerissen.

Hausbesetzungen und Verzögerungen im Sanierungsplan hatten im September 1979 zu einer erneuten Überarbeitung der Pläne für die am Landwehrkanal gelegenen Blöcke entlang des Fraenkelufers geführt. In einem Gutachterverfahren im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin (Stadterneuerung) setzten sich Hinrich und Inken Baller durch, deren Plan die Schließung des Blockrandes und die Schaffung eines großen Gemeinschaftshofs am Fraenkelufer 26/50, Admiralstraße 15-19, Erkelenzdamm 63/69 vorsah. (1) In der Zeit zwischen 1979-85 wurden in die Baulücken am Fraenkelufer 38 und 44 zwei aufgeständerte Torhäuser gesetzt, deren zur Straße orientierten Räume die Geschosshöhen der benachbarten Gründerzeithäuser aufnahmen. Die Brandwand des Elisabethhofs innerhalb des Hofs, Fraenkelufer 38A-C, wurde mit einer Wohnanlage bebaut. An der Kreuzung Fraenkelufer/Admiralstraße entstand ein neues Eckgebäude. Für die Altbauten am Fraenkelufer 32-36 und 40-42 zeichneten Hinrich und Inken Baller neue Balkone, die Wohnungen wurden nach Plänen der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) saniert. Die Sanierung orientierte sich an den historischen Wohnungsgrundrissen, die von der GSW wieder hergestellt wurden. "Türen und Fenster wurden - soweit irgend möglich - repariert, (.) die Fassaden wurden nicht rekonstruiert, sondern durch Balkonelemente ergänzt, die soweit an die alten Balkone erinnern, als es nötig schien, die Atmosphäre und Würde der alten Häuser zu stützen." (2) Das mit zwei Seitenflügeln erhaltene Gebäude am Fraenkelufer 30 bekam zusätzliche Fenster zum Gemeinschaftshof.

Wie am Fraenkelufer 30 war auch auf den Grundstücken an der West- und Ostflanke des Blockes die Hofbebauung als Folge der Besetzungen größtenteils erhalten geblieben. Die Gründerzeithäuser auf beiden Seiten der Admiralstraße wurden bis auf die Grundstücke Admiralstraße 18 und 19 neu gegründeten Selbsthilfegruppen überlassen, von denen die Bauten ab 1981 in Eigenleistung saniert wurden. Im Ausstellungsjahr 1987 wurde auch das "Wohnregal" in der Admiralstraße 16 fertig gestellt, ein Selbsthilfeprojekt, bei dem ein Rohbau aus leeren Etagenflächen den zukünftigen Bewohnern zum Eigenausbau zur Verfügung gestellt wurde.


(1) Strecker, Bernhard: Fraenkelufer: Wohnen an der Brandwand. In: ARCH+ 66 (1982), S. 42-43.

(2) Baller, Hinrich und Inken: Neues Bauen am Fraenkelufer. In: Idee, Prozess, Ergebnis. Die Reparatur und Rekonstruktion der Stadt, hrsg. v. Senator für Bau und Wohnungswesen, Berlin 1984, S. 153.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 300 f.