denkmal  

 

Liste, Karte, Datenbank - Denkmaldatenbank

Berufs- und Grundschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09060115
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Ifflandstraße
Hausnummer: 9
Strasse: Singerstraße
Hausnummer: 8 & 8A
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Schule & Aula & Turnhalle
Datierung: 1951-1953
Entwurf: Eichler, Gerhard (Architekt)
Entwurf: Walthausen, Ludolf von (Architekt)
Bauherr: Magistrat Berlin

In das Wohngebiet südlich der Karl-Marx-Allee ist an der Iffland- und Singerstraße eine Berufs- und Grundschule, Ifflandstraße 9 mit einem gemeinsamen Aulagebäude integriert worden. Bis zu seiner Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg stand an gleicher Stelle ein 1884-85 vom Stadtbaurat Hermann Blankenstein entworfener Schulkomplex, der im Blockinnenbereich zwischen der Ifflandstraße und der damaligen Markusstraße gelegen war. Jeweils über einen schmalen Durchgang ins Blockinnere erschlossen, befand sich an der Markusstraße eine Gemeindedoppelschule mit der städtischen Taubstummen-Anstalt und der Weberschule (1) und an der Ifflandstraße das Margareten-Lyzeum. (2)

Gerhard Eichler und Ludolf von Walthausen projektierten 1951-1953 den Um- und Neubau der kriegsbeschädigten Schulen. Sie dehnten dabei das Schulgelände auf Grundstücke von zerstörten Mietshäusern aus. Es entstand eine mehrflügelige Schulanlage, in der die Klassenräume ohne Unterbrechung durch andere Räume in einer Flucht angeordnet wurden.

Zunächst bauten Eichler und von Walthausen die ehemalige Taubstummenschule an der Markusstraße zur Berufsschule um, veränderten dabei die Fensterformate und fügten ein sehr viel größeres Haupttreppenhaus ein, das südlich als Risalit aus der Fassade heraustritt. Prägend für den Gesamteindruck des Schulkomplexes sind zehn kannelierte Halbsäulen mit Würfelkapitellen, die am Neubau des Aula- und Turnhallenflügels in einen aus der Fassade hervorgezogenen Rahmen eingespannt sind.

Westlich schließt sich an die Aula auf dem Grundstück des ehemaligen Margareten-Lyzeums der Neubau einer Grundschule mit zwei langen Gebäudeflügeln zur Singer- und Ifflandstraße an. Bei den Klassentrakten dieses letzten Bauabschnitts ist mit der ununterbrochenen Reihung stehender Fenster eine deutlich konservativere Architektursprache zu beobachten, die von der Architekturdiskussion der frühen 1950er Jahre in der DDR und der Architektur der nahe gelegenen Stalinallee beeinflusst war. Die Stirnseite zur Ifflandstraße ist als Pfeilerfassade besonders hervorgehoben, die Brüstungsfelder sind mit farbig hinterlegten Sgraffiti dekoriert. Dieser Bauschmuck ist eine zeitgemäße Antwort auf die reich geschmückte Fassade des benachbarten, kaiserzeitlichen Direktorenwohnhauses.


(1) Busb 1896, Bd. II, S. 318.

(2) Busb 1896, Bd. II, S. 309.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 309, 318 (Lagepläne der Vorgängerbauten)
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 434