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Villa Hofmeier

Obj.-Dok.-Nr.: 09060111
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: An der Rehwiese
Hausnummer: 25
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Villa
Datierung: 1905-1906
Bauherr: Hofmeier, Johannes
Entwurf: Reimer und Körte

Die ansehnliche Villa auf dem großen Eckgrundstück an der Einmündung der Teutonenstraße auf den Julius-Posener-Platz ist das 1905-06 von Reimer & Körte für den Sanitätsrat Dr. Johannes Hofmeier errichtete Wohnhaus An der Rehwiese 25. (1)

Der markante Putzbau mit Ecktürmchen und der Inschrift "Alte Liebe" dominiert die Südwestseite des Platzes und wirkt in den Freiraum der Rehwiese hinein. Das heute in acht Wohnungen unterteilte Gebäude war von dem bekannten Berliner Architekturbüro als traditionelle Villa mit zwei Hauptgeschossen, Souterrain und hohem Walmdach sowie mit historisierendem Fassadendekor aufwendig gestaltet worden. Wegen der ungewöhnlichen Größe des Hauses - ursprünglich gab es etwa 20 Zimmer - schufen Reimer & Körte im Obergeschoss eine zentrale Halle, die durch einen Lichtschacht mit Glasdach belichtet wird. (2) Das Äußere des auf annähernd quadratischer Grundfläche hoch aufragenden Gebäudes ist durch Vor- und Rücksprünge, An- und Aufbauten sowie im Bereich des Daches durch Giebel und Gauben vielfältig gegliedert. Die beiden Fassaden zum Platz und zur Rehwiese sind mit einem holzverkleideten Giebel, dem achteckigen Turm mit geschweifter Haube und einem polygonalen Wintergarten mit darüberliegender Terrasse an der Nordwestecke besonders malerisch gestaltet. Ein ornamental gerahmtes Rundbogenportal für den Haupteingang an der Ostseite ist im Zuge des Umbaus zum Mehrfamilienhaus in den 1950er Jahren entfernt und durch einen Balkon ersetzt worden - der Zugang erfolgt seitdem durch den ehemaligen Dienstboteneingang an der Südseite.

Der vollständige Ausbau des Dachgeschosses hat zu einigen Veränderungen im Dachbereich geführt. Trotzdem dokumentiert die immer noch eindrucksvolle Villa in exponierter Lage die Bebauung der Frühzeit Nikolassees; sie gehört mit zu den repräsentativsten Bauten des Ortes. Adolf Groth bescheinigte dem Haus 1908, dass es "trotz aller Vornehmheit einen so gediegenen und behaglichen Eindruck" macht. (3)


1) Konrad Reimer (1853-1915) und Friedrich Körte (1854-1934). Bauten für Borsig, Sternwarte Treptow, Kranken-, Miets- und Geschäftshäuser. Vgl. Ribbe/Schäche 1987, S. 648.

2) Heute im Dachgeschoss noch vorhanden.

3) Groth 1908, S. 11.