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Landhaus Stabe

Obj.-Dok.-Nr.: 09060110
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: An der Rehwiese
Hausnummer: 31
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus
Datierung: 1908-1909
Umbau: 1913-1914
Entwurf: Hoppe, E. (Architekt)
Entwurf: Butz, Erich (Architekt)
Bauherr: Stabe, Paul
Ausführung: Heimstätten-Aktien-Gesellschaft

(...) das in zwei Bauphasen entstandene Wohnhaus An der Rehwiese 31. Zunächst 1908-09 durch die HAG errichtet, ließ der Besitzer Paul Stabe das Haus 1913-14 durch den Architekten Erich Butz erweitern. (1) Diese Baugeschichte ist jedoch auf den ersten Blick nicht erkennbar, der repräsentative Bau mit Sockelgeschoss und ausgebautem Mansardwalmdach, dem in der Mittelachse eine halbrunde offene Veranda vorgelagert ist, scheint in einem Guss entstanden zu sein. Der symmetrische Fassadenaufbau, die rundbogig geschlossenen Sprossenfenster mit Klappläden in gleicher Form, die Veranda mit toskanischen Säulen, die den Balkon im Obergeschoss tragen, der mächtige Knickgiebel vor dem hohen Dach, aber auch der farbliche Kontrast des weiß verputzten Hauses mit dem roten Ziegeldach entsprechen dem typischen Bild jener Landhäuser, die Hermann Muthesius in den Jahren kurz vor dem Ersten Weltkrieg entworfen hat. Die beiden Häuser in Schlachtensee, Haus Mohrbutter (1912-13) und Haus Kuczynski (1913-14), könnte man hier als Vorbild vermuten. (2) Aber sowohl der mittlere Teil des Landhauses Stabe mit Veranda, Giebel und Rundbogenfenstern als auch die rechte, durch eine Fensterachse gekennzeichnete Hausseite gehörten bereits komplett zum ursprünglichen Bau von 1909. Bei der Erweiterung wiederholte der Architekt lediglich die vorhandene Haushälfte westlich des Mittelteils, wo sich zuvor der Eingang befunden hatte, und schuf so die neue achsensymmetrische Fassadenaufteilung. Im Inneren entstand in beiden Geschossen je ein weiterer Raum und durch die Verlegung der Küche in das Souterrain erhielt das Erdgeschoss eine repräsentative Flucht aus vier Wohnräumen. Trotz des vergleichsweise geringfügigen Eingriffs ist die Wirkung des umgebauten Hauses verblüffend anders als die des Ursprungsbaus. Das kleine und preiswerte Landhaus aus dem Programm der HAG (3), das sich in seinem malerisch-wohnlichen Ausdruck von den pompösen Villen der Frühzeit in der Nachbarschaft absetzte, erhielt durch die Symmetrie des Baukörpers eine deutlich vornehmere Note.


1) Abgebildet im Verkaufsprospekt der HAG 1910, S. 14 f. (Damals gehörte der Straßenabschnitt noch zur Prinz-Friedrich-Leopold-Straße.); Brandenburg, Hermann: Landhausbauten der Heimstätten Aktien Gesellschaft Berlin. In: Wohnungskunst 11 (1919), S. 42. Das Haus wurde 1962 durch eine Garage an der Straße ergänzt, es zeigt ansonsten heute den baulichen Zustand von 1914. Vgl. Baugewerks-Zeitung 47 (1915), S. 117: "Architekt: Maurermeister E. Butz aus Stahnsdorf."

2) Schlickweg 6, Terrassenstraße 16. Vgl. BusB IV C, S. 140 f.

2) Mit 35.500 Mark gehörte das Haus eher zum unteren bis mittleren Preissegment. Vgl. HAG 1910, S. 14 f.