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Landhaus Knörk

Obj.-Dok.-Nr.: 09060108
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: Lückhoffstraße
Hausnummer: 35
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Datierung: 1905-1906
Bauherr: Knörk, Otto
Entwurf: Meyer und Kreich (Architektensozietät)

(...) Zu den ersten Bauten [der Lückhoffstraße] gehörte das Wohnhaus Lückhoffstraße 35, das sich Direktor Otto Knörk 1905-06 vom Architekturbüro Meyer & Kreich errichten ließ. (1) Während die beiden etwa zeitgleich entstandenen Häuser gegenüber (Schopenhauerstraße 95 und 97) noch dem traditionellen Schema der Villa folgen, griffen die Architekten hier den Typus des englischen Landhauses auf, noch bevor er sich in der von Hermann Muthesius propagierten Form um 1910 allgemein durchsetzte. Der Verzicht auf Fassadendekor und Sockelgeschoss, die direkte Verbindung zwischen Erdgeschoss und Garten, unterschiedliche Fensterformate mit kleinteiliger Sprossung sowie die Orientierung der Hauptwohnräume mit einer ehemals offenen halbrunden Veranda zur sonnigen Südseite gehören beim Haus Knörk zu den charakteristischen Elementen. Der eingeschossige längsrechteckige Bau mit überstehendem Mansardgiebeldach und mächtigem Quergiebel über der Veranda steht auf dem höchsten Punkt des Grundstücks, das von dem serpentinenartig in die Gerkrathstraße einmündenden Kirchweg begrenzt wird und steil nach Südwesten abfällt. Heute hinter Bäumen und Büschen weitgehend verborgen, dominierte die Gartenfassade einst den Blick von der Rehwiese. (2) Der helle Putz, das Rot der Dachziegel, der dunkle Holzton der Verschalung an den Dachüberständen und weiß gestrichene Sprossenfenster beleben mit ihrem Farbenspiel die ansonsten schlicht gestalteten Fassaden des Hauses. Mit Ausnahme eines Garagenbaus im hinteren Teil des Grundstücks und eines neuen Gartenzaunes ist das Landhaus Knörk weitgehend unverändert erhalten. (3)


1) Berliner Architekturwelt 10 (1907/08), S. 221-223; Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 23 (1910), S. 22, Taf. 56 f.; BusB IV C, S. 127; Finger 2009, S. 58, 123.

2) Finger 2009, Abb. S. 58.

3) Ausbau des Dachgeschosses 1936, Neubau der Garage 1972, neuer Gartenzaun 1973, neue Dachdeckung und umfassende Renovierungsarbeiten im Inneren 2000-03 (Erfassung Landesdenkmalamt).

Literatur:
  • Berliner Architekturwelt 10 (1907/08) / Seite 221-223
  • Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 23 (1910) / Seite 127, Nr. 1685
  • BusB IV C 1975