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Villa Alemannenstraße 6

Obj.-Dok.-Nr.: 09060106
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: Alemannenstraße
Hausnummer: 6
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Villa
Datierung: 1902-1903
Entwurf: Jänicke, Gustav (Architekt)
Bauherr: Heimstätten-Aktien-Gesellschaft

(...) Im Abschnitt nördlich des Hohenzollernplatzes wurde 1902-03 als einer der ersten Bauten der Kolonie das Wohnhaus Alemannenstraße 6 von der HAG als Musterhaus nach einem Entwurf von Gustav Jaenicke errichtet. (1) Am Beispiel dieser ausgeführten Villa konnten sich Kaufinteressenten von den Vorzügen der Architektur aus der HAG-Bauabteilung überzeugen.

Mit der Anordnung des Hauptgeschosses über einem hohen Sockel, der Ausbildung einer repräsentativen Straßenfront und der Ausrichtung der Hauptwohnräume zur Straße entsprach das Haus dem traditionellen Schema einer Villa. Formal knüpfte der Entwurf an die Formen der deutschen Renaissance an, jenen Baustil, den die HAG neben dem Neobarock in den ersten Jahren in unterschiedlichen Variationen im Angebot hatte. Kennzeichnend dafür waren Putz-Ziegel-Bauten, Walm- und Satteldächer, Fachwerkgiebel, Erker und Türmchen. Als Musterhaus trug die Villa in der Alemannenstraße 6, wie schon der kurz zuvor fertig gestellte Bahnhof, zur Verbreitung dieses Stils bei. Auch das repräsentative zweigeschossige Wohnhaus war mit hohem Backsteinsockel und Walmdach, das ursprünglich an der Straßenfront von einem Turm über dem Erker durchbrochen wurde, gestaltet. Der mächtige Fachwerkgiebel, mehrere Erker und Balkone, Kreuzstockfenster in verschiedenen Formaten sind asymmetrisch über die Fassaden verteilt und bilden mit den hell verputzten Wänden, dem Ziegelmauerwerk und der Rundbogen-Loggia ein abwechslungsreiches Spiel von Formen und Farben.


1) HAG 1901, S. 14; HAG 1904, S. 9. Im Verkaufsprospekt von 1901 wird das Haus Alemannenstraße 6 "bisher noch nicht ausgeführt" als spiegelbildlicher Entwurf abgebildet. 1904 werden zum Foto des fertig gestellten Hauses noch die falschen, nämlich seitenverkehrten Grundrisse gezeigt. Im gleichen Jahr wurde die Villa an den Ingenieur Paul Hampel verkauft.

Literatur:
  • Heimstätten AG, Werbeprospekt von 1902 (Die Villen-Kolonien an den Bahnhöfen Schlachtensee, Nikolassee, Wannsee, Carlshorst, Mahlow)