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Inspektorenhaus & Pferdestall & Krankenstall der Kaserne des Garde-Train-Bataillons

Obj.-Dok.-Nr.: 09055131
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Tempelhofer Damm
Hausnummer: 118
Strasse: Ringbahnstraße
Hausnummer: 88 & 90 & 92 & 94
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohngebäude & Stall
Datierung: 1883-1886
Entwurf: Bernhardt, C.

Die Backsteinbauten auf den Grundstücken Tempelhofer Damm 118 und Ringbahnstraße 88/94 erinnern an die militärische Nutzung des Geländestreifens zwischen Ringbahnstraße und Bahntrasse. Es handelt sich um Nebengebäude der Kaserne des Garde-Train-Bataillons, die 1883-86 nach Entwurf von C. Bernhardt errichtet wurde. (1) Die Kaserne der Nachschub- und Versorgungseinheit des Garde-Corps gehörte in den 1880er Jahren zu den modernsten Anlagen in Berlin, denn sie besaß eine eigene Wasserversorgung und war an die Kanalisation angeschlossen. Durch ihre Lage außerhalb der Stadt, unmittelbar an den Gleisen der Ringbahn, entsprach sie den militärstrategischen Überlegungen, die Eisenbahn für den Nachschub einzusetzen. Das Bataillon hatte die Aufgabe, das Garde-Corps mit Waffen, Munition und Lebensmitteln zu versorgen. Mit dem Bau der Kaserne begann die Verlagerung militärischer Einrichtungen aus dem dicht besiedelten Stadtgebiet Berlins an den Rand des Tempelhofer Felds. Dem Garde-Train-Bataillon folgten später das Garde-Kürassier-Regiment, die Eisenbahn-Regimenter Nr. 2 und Nr. 3 sowie die Landwehrinspektion. Die Kaserne wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, der räumliche Eindruck hat sich durch den Bau der Stadtautobahn verändert. Am Tempelhofer Damm war das Mannschaftsgebäude angeordnet, hinter dem sich der Kasernenhof erstreckte. Von den beiden Wohnhäusern, die den Kasernenhof begrenzten, ist nur das Inspektorenhaus erhalten geblieben. Das dreigeschossige Gebäude enthielt die Wohnung des Inspektors und anderer Offiziere. Hinter dem Kasernenhof folgten die Stallungen. Der lang gestreckte Backsteinbau auf dem Grundstück der Berliner Stadtreinigung war der Mitteltrakt einer dreiteiligen Stallanlage für 246 Pferde, die sich um zwei Reitplätze legte. An der Ringbahnstraße ist ein kleines, einstöckiges Stallgebäude zu sehen. Dort, im ehemalige Krankenstall, wurden erkrankte Pferde behandelt. Die Gebäude sind mit rotem Backstein verkleidet und durch Gesimse gegliedert, in der Erdgeschosszone wechseln sich rote und dunkel gebrannte Ziegellagen ab, unter dem Hauptgesims sind markante Rundbogenfriese ausgebildet. Das entspricht der Backsteinarchitektur, die in Berlin und Preußen noch bis in die 1890er Jahre hinein für öffentliche Gebäude üblich war.


(1) BusB 1896, Band 2, S. 396-398; Tempelhof - Bauten, Straße, Plätze 1992, S. 22; Dehio Berlin 2000, S. 410; Dürre 2001, S. 107-108.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 396-398
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 103