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Wohnanlage Werbergstraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09055128
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Germaniastraße
Hausnummer: 7 & 8 & 9
Strasse: Götzstraße
Hausnummer: 23 & 25 & 27
Strasse: Werbergstraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & 9
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1926-1928
Entwurf: Mebes und Emmerich (Architektensozietät)
Ausführung: Actiengesellschaft für Bauausführungen (Bauunternehmen)
Bauherr: Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin e.GmbH (Wohnungsbaugesellschaft)

Neben der Luise-Henriette-Schule errichtete der Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin 1926-28 die Wohnanlage Germaniastraße 7-9, Werbergstraße 1-9 und Götzstraße 23/27. (1) Die im Siedlungsbau erfahrenen Architekten Paul Mebes und Paul Emmerich ordneten um einen als Allee gestalteten, zur Werbergstraße offenen Straßenhof zwei viergeschossige Wohnblöcke an, die jeweils einen Innenhof umschließen. Die Wohnanlage ist städtebaulich überzeugend an die benachbarte Schule angeschlossen. Der Straßenhof ist auf den rückwärtigen Klassentrakt der Luise-Henriette-Schule ausgerichtet, ein Gebäudeflügel mit Durchfahrt vermittelt zwischen dem südlichen Wohnblock und dem Kopfbau des Klassentrakts. Neben der Traufhöhe wurde auch das Baumaterial der Schule übernommen, der rote Backstein, der zusammen mit den weißen Sprossenfenstern das Bild der Wohnanlage bestimmt. Die Wandabschnitte zwischen den Fenstern, auch an den Hauskanten, sind durch vor- und zurücktretende Ziegellagen akzentuiert. Paul Mebes und Paul Emmerich bildeten unterschiedliche Loggienblöcke und Erker aus. An der Werbergstraße sind Erker zu sehen, bei denen sich verputzte Flächen und horizontal gestreifte Backsteinschichten abwechseln. Die Wohnanlage war für gut verdienende Beamte bestimmt. Das erklärt den hohen Anteil von Drei- und Vierzimmerwohnungen. Die größeren Wohnungen sind in den Hauseinheiten an der Werbergstraße und beiderseits des Straßenhofs angeordnet, die kleineren Wohnungen mit nur zwei Zimmern sind an Götz- und Germaniastraße zu finden. Mit der Wohnanlage neben der Luise-Henriette-Schule schufen Paul Mebes und Paul Emmerich ein architektonisch wie städtebaulich gelungenes Beispiel für modernen Siedlungsbau im städtischen Kontext.


(1) [Vermischtes], in: Deutsche Bauzeitung 60 (1926), S. 384; Wohnungsbau der Nachkriegszeit in Deutschland, hrsg. v. Friedrich Schmidt und Martin Ebel, Berlin 1929, S. 120-121; Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin, Berlin 1950, S. 61; Meyer, Edina: Paul Mebes. Miethausbau in Berlin 1906-1938, Berlin 1972, S. 211; BusB IV A, S. 193, 346.

Literatur:
  • BusB IV A 1970 / Seite 193, 346, Nr. 190 I
  • Meyer, Paul Mebes, 1972 / Seite Kat. Nr. 82
  • Festschrift zum 50jährigen Bestehen des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin, 1950 / Seite 61
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 113f.
  • N.N. (Fritz Eiselen)/ Vermischtes. Der Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin in
    Deutsche Bauzeitung 60 (1926) 46 / Seite 384
  • Schmidt, Ebel/ Wohnungsbau der Nachkriegszeit, 1929 / Seite 120- 121