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Dampfwaschwerke Reibedanz

Obj.-Dok.-Nr.: 09055121
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Teilestraße
Hausnummer: 23
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wäscherei
Datierung: 1911-1912
Entwurf & Ausführung: Taut und Hoffmann (Architektensozietät)
Bauherr: Reibedanz und Co. (Dampfwäschereibetrieb)

Das Gebäude der Dampfwäscherei Reibedanz & Co. an der Teilestraße 23 gegenüber dem Sarotti-Werk wurde 1911-12 von Bruno Taut und Franz Hoffmann errichtet. (1) Die Architektengemeinschaft erhielt den Auftrag, weil Franz Hoffmanns Schwester mit dem Fuhrunternehmer und Wäschereibesitzer Erwin Reibedanz verheiratet war. Das lang gestreckte Gebäude, das sich mit der Schmalseite zur Straße wendet, gehört zu den frühen expressionistischen Bauten in Deutschland. Bruno Taut und Franz Hoffmann gestalteten ein bemerkenswertes Wandrelief aus gelben und schwarzen Klinkern. Die Straßenfassade wird durch vier breite Wandstreifen mit vor- und zurücktretenden Klinkerlagen gegliedert, die durch spitz vorspringende Einfassungen gerahmt sind. Über den zweiteiligen Fenstern sind Sägefriesfelder ausgebildet. Von den lebhaft wirkenden gelben Klinkerflächen sind der Sockel, das Hauptgesims und die Einfassungen der Wandstreifen mit schwarzen Verblendersteinen abgesetzt. An der Hofseite des Wäschereigebäudes ist das Wandrelief vereinfacht fortgesetzt. Die vorstehenden Klinker bilden ein abstraktes Muster. Eisenfachwerkbinder tragen ein flaches Pultdach mit Oberlichtern. Der Wäschereibetrieb teilte sich in die Abteilungen für Haus- und Industriewäsche. An der Straße waren die beiden Kontorräume und der Mangel-, Plätt- und Trockenraum angeordnet, in der Mitte folgten Kesselhaus, Maschinenraum sowie der Annahme- und Sortierraum, in welchem die weiße und bunte Wäsche für den Waschvorgang geschieden wurde. Im Waschraum standen große Waschmaschinen. Die zweite Abteilung war für Industriewäsche eingerichtet. Der am Ende des lang gestreckten Gebäudes angeordnete Pferdestall und die Remise mit den Fuhrwerken für den An- und Abtransport der Wäsche sind nicht erhalten. Heute wird das Gebäude von einer Kraftfahrzeugwerkstatt genutzt.


(1) Dampfwaschwerke Reibedanz & Co. in Tempelhof bei Berlin, in: Der Industriebau 5 (1914), S. 107-109; [Dampfwaschwerke Reibedanz & Co. in Berlin-Tempelhof], in: Architektonische Rundschau 30 (1914), S. IX, Tafel 13; Junghanns, Kurt: Bruno Taut 1880-1938. Berlin 1970, S. 238; Kloss, Klaus-Peter: Bruno-Taut-Bauten in Berlin (West), in: Bauwelt 71 (1980), S. 1398; Buddensieg, Tilmann: Seit Schinkel hat kein Architekt Berlin so geprägt wie Bruno Taut, in: Neue Heimat. Monatshefte für neuzeitlichen Wohnungs- und Städtebau 27 (1980), Heft 5, S. 20; Hildebrandt/Lemburg/Wewel 1988, S. 80-81; Dehio Berlin 2000, S. 415; Bruno Taut 1880-1938. Architekt zwischen Tradition und Avantgarde, hrsg. v. Winfried Nerdinger, Kristina Hartmann, Matthias Schirren und Manfred Speidel, Stuttgart, München 2001, S. 49.

Literatur:
  • Der Industriebau 5 (1914) / Seite 107-109
  • Hildebrand, Lemburg, Wewel/ Historische Bauwerke, 1988 / Seite 80-81, Kat. 16
  • Bauwelt 71 (1980) / Seite 1938 f.
  • Wendschuh/ Bruno Taut, 1980 / Seite 268, 169 (Abb.)
  • Junghanns, Kurt, Bruno Taut 1880-1938, Berlin 1970 / Seite 238 (Werkverz.)
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 147