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Excentric-Film

Obj.-Dok.-Nr.: 09055117
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Ringbahnstraße
Hausnummer: 101 & 103
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Verwaltungsgebäude & Ateliergebäude
Datierung: 1930-1931
Umbau: 1954-1958
Entwurf: Haferlach (Architekt)
Ausführung: Wilhelm Peters (Bauunternehmen)
Bauherr: Excentric-Film Zorn und Tiller GmbH (Filmproduktionsgesellschaft)

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, an der Ringbahnstraße 101/103, ist ein bemerkenswerter Industriebau der Neuen Sachlichkeit zu sehen. Einfache und strenge Linien beherrschen das Bild. An der Straßenseite sind horizontal durchlaufende Fensterbänder ausgebildet, die sich mit ihren eng gesetzten, feingliedrigen Eisensprossen von den gleich hohen Wandstreifen aus rotem Backstein abheben. Das tragende Stahlskelett zeichnet sich durch die Unterteilung der Fensterbänder ab. Der linke Gebäudeteil wurde 1930-31 nach Plänen des Architekten Haferlach für die Excentric-Film Zorn und Triller GmbH, eine Filmproduktionsgesellschaft, errichtet. (1) Der Filmherstellung diente das Verwaltungs- und Ateliergebäude allerdings nur wenige Monate. Das durch die Wirtschaftskrise geschwächte Unternehmen musste das Gebäude vermieten, zuerst an eine Schule, in der Kinder der sowjetischen Gesandtschaft und Handelsvertretung unterrichtet wurden, dann an die Heeresstandortverwaltung. Die Fa. Friedrich Krause Damenoberbekleidung, die seit 1947 an der Ringbahnstraße ansässig war, ließ den Industriebau 1954-58 im gleichen Stil erweitern. Der ältere Gebäudeteil erhielt ein zurückgesetztes Attikageschoss, hinzu kamen der verputzte Mitteltrakt mit dem Haupteingang und der viergeschossige rechte Gebäudetrakt, sodass eine asymmetrisch geteilte Straßenfront entstand. Das Gebäude ist ein Beispiel für den sachlichen, funktionalen Industriebau der Zwischenkriegszeit und für die Wiederaufnahme dieses Baustils nach 1945. Heute beherbergt das Gebäude die Hauptverwaltung der Berliner Stadtreinigung. Der Eingangstrakt wurde 1988-89 umgestaltet.


(1) Tempelhof und seine Industrie 2000, S. 198-199.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 101f.