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Mietshaus Neue Straße 26 Alt-Tempelhof 36

Obj.-Dok.-Nr.: 09055107
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Neue Straße
Hausnummer: 26
Strasse: Alt-Tempelhof
Hausnummer: 36
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1870/1875

Die spätklassizistischen Wohnhäuser Neue Straße 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24 und 26 sind die ältesten Mietshäuser in Tempelhof. (1) Der Straßenzug nördlich des Dorfangers wurde 1873 von der Berlin-Tempelhofer Baugesellschaft bebaut. Die zweigeschossige Blockrandbebauung zwischen dem Dorfkern und der Borussiastraße setzt sich aus vier Doppelhäusern und einem zum Dorfanger ausgerichteten Eckhaus zusammen. Jeweils zwei fünfachsige Haushälften sind durch einen hervorgehobenen Mittelrisalit, in dem sich die Einfahrten befinden, zu einer gestalterischen Einheit zusammengeschlossen. Die verputzten Fassaden, gegliedert durch Gesimse, mit sparsam profilierten Fensterverdachungen, teils mit einer Quaderung der Erdgeschosszone, zeigen den spätklassizistischen Baustil, der bis in die 1870er Jahre in Berlin üblich war. Um ein abwechslungsreiches Straßenbild zu erhalten, wurde die Fassadenausbildung variiert. Bei den Wohnhäusern Neue Straße 12/14 und 22/24 ist der Mittelrisalit durch einen Dreiecksgiebel über einer Pilastergliederung betont, während beim Wohnhaus Neue Straße 16/18 die äußeren Fensterachsen einen Dreiecksgiebel tragen. Im Mittelbereich sind jeweils Balkone zu finden. Die Grundrisse sind nach den in den 1870er Jahren im Berliner Raum üblichen Schema für einfache Mietshäuser mit Wohnungen ohne innen liegenden Flur ausgebildet. Die Durchfahrt ist zugleich der Hauseingang, denn die Treppenhäuser gehen seitlich von der Durchfahrt ab. Die kleinen Wohnungen, jeweils mit Stube und Küche, waren für Handwerker und Gewerbetreibende gedacht, die in Tempelhof, das sich zur einer Landhaus- und Villenkolonie entwickelte, Beschäftigung fanden. (2) Weil der Bedarf an Wohn- und Gewerberäumen stieg, kam es bald nach der Fertigstellung des Straßenzugs zur Verdichtung der Grundstücke. Hinter den straßenseitigen Wohnhäusern wurden Remisen, Ställe, Seitenflügel und Quergebäude errichtet. Die größtenteils gut überlieferten Häuser der Neuen Straße bilden ein sozial- und wirtschaftsgeschichtliches Dokument für die beginnende Verstädterung Tempelhofs.


(1) Rach 1988, S. 345-346; Tempelhof - Bauten, Straßen, Plätze 1992, S. 31-32; Dehio Berlin 2000, S. 412.

(2) Es wird immer wieder behauptet, die Wohnhäuser seien für die Offiziere der benachbarten Kasernen bestimmt gewesen. Das ist nicht richtig. Der Straßenzug wurde 1873 bebaut, die erste Kaserne in Tempelhof, die Kaserne des Garde-Train-Bataillons, wurde jedoch erst 1883-86 errichtet.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 108f.