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Bunker Friedrich-Karl-Straße 24

Obj.-Dok.-Nr.: 09055086
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Tempelhof
Strasse: Friedrich-Karl-Straße
Hausnummer: 24
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bunker
Datierung: 1941/1945

In der Mitte des Baublocks zwischen Burgemeisterstraße und Friedrich-Karl-Straße ist, hinter Bäumen verborgen, ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden. Der wuchtige, außen verputzte Betonbau auf dem Grundstück Friedrich-Karl-Straße 24 erinnert an das Bombardement Berlins im Zweiten Weltkrieg. (1) Unter dem Eindruck der ersten Luftangriffe ordnete Adolf Hitler am 9. September 1940 den Bau von Luftschutzbunkern und Luftabwehrstellungen in Berlin an ("Führersofortprogramm"). Die Baugruppe Langer des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt entwickelte für Berlin vier Serien genormter eingeschossiger Flachbunker und ab 1941 oberirdische Luftschutzbauten mit größerem Fassungsvermögen. Der Bunker in Tempelhof ist ein Beispiel für den genormten Bunkertyp "M 500". Durch antikisierende Bauformen wurde der fünfhundert Personen fassende Zweckbau architektonisch aufgewertet. Das Walmdach ruht auf einem kräftigen Gebälk, das von einem umlaufenden Konsolenfries getragen wird. Die schlitzartigen Öffnungen und die rundbogigen Eingangstore, die an den Schmalseiten in den Hochbunker führen, sind mit Einfassungen aus Kunststein versehen. Die architektonische Dekoration und die Anböschung der Wände lassen den Bunker als uneinnehmbares Bollwerk erscheinen und sollten der Bevölkerung Schutz suggerieren. Durch die beiden Eingänge gelangt man jeweils in einen Vorraum mit Treppenaufgang. Die Geschosse werden durch zwei Längsflure erschlossen, von denen links und rechts kleine Kammern abgehen. Mit dem Bunker der Pionierkaserne in Karlshorst, dem Bunker der Kaserne des Flakregiments 12 in Lankwitz und den Bunkern an der Wittenauer Straße in Wittenau sind in Berlin vier baugleiche Luftschutzbunker erhalten geblieben.


(1) Es sind keine Bauakten erhalten, daher lässt sich das Baudatum nicht genau bestimmen. Der Bautyp "M 500" wurde 1941 entwickelt, siehe Donath 2004, S. 37-38; Arnold, Dietmar/Janick, Reiner: Sirenen und gepackte Koffer. Bunkeralltag in Berlin, Berlin 2003.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 132