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Dreifaltigkeitskirchhof III

Obj.-Dok.-Nr.: 09055077
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Mariendorf
Strasse: Eisenacher Straße
Hausnummer: 61
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnhaus & Einfriedung & Friedhofstor & Wartehalle
Entwurf: 1897
Datierung: 1899-1900
Entwurf: Orth, August Friedrich Wilhelm
Ausführung: A. Westphal (Baugeschäft)

Auf dem (...) Grundstück Eisenacher Straße 61 wurde 1897 der Dreifaltigkeitskirchhof III angelegt. (1) Die Dreifaltigkeitsgemeinde, deren barocke Kirche bis 1945 in der Friedrichstadt in Berlin-Mitte stand, beauftragte den bekannten Architekten August Orth mit dem Entwurf der Friedhofsgebäude. Die neoromanische Friedhofskapelle, errichtet 1899-1900, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1964 durch einen Kapellenneubau ersetzt. Erhalten sind das Friedhofstor und das Friedhofswärterhaus. Die 1899-1900 ausgeführten Bauten zeigen den charakteristischen Baustil August Orths, bei dem sich die klassizistische Backsteinarchitektur in der Nachfolge Karl Friedrich Schinkels mit romanischen Elementen verbindet. Die große Tordurchfahrt mit einem Dreiecksgiebel und einem verputzten Bogenfeld, begrenzt von einem gestaffelten Rundbogenfries, wird von zwei niedrigen Eingängen flankiert. (2) Für den Friedhofswärter wurde ein schlichtes, zweigeschossiges Backsteingebäude mit Satteldach errichtet. Dem Wohnhaus ist die eingeschossige Wartehalle für Trauergäste vorgelagert. An der Stirnseite öffnet sich eine kleine Vorhalle. Die drei Rundbögen werden von romanisch anmutenden Säulen getragen. Die an den Seitenwänden ausgebildeten Rosenfenster sind mittelalterlichen Vorbildern nachempfunden.

Die Journalistin Ulrike Meinhof, Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF), wurde am 15. Mai 1976 auf diesem Friedhof begraben.


(1) BusB X A (3), S. 123.

(2) Im Bogen der Durchfahrt ist die Inschrift "Kirchhof der Dreifaltigkeitsgemeinde" angebracht.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 181
  • BusB X A 3 1981