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Mietshaus Prühßstraße 26 Richterstraße 33

Obj.-Dok.-Nr.: 09055070,T
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Mariendorf
Strasse: Prühßstraße
Hausnummer: 26
Strasse: Richterstraße
Hausnummer: 33
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Mietshaus
Fertigstellung: 1888 & 1898

In der Prühßstraße, die vom Mariendorfer Damm abzweigt, bildete sich im späten 19. Jahrhundert eine geschlossene Bebauung heraus. Die Wohnhäuser Prühßstraße 26/Richterstraße 33 sind zwei gut erhaltene Beispiele aus dieser Zeit. Das Haus Richterstraße 33 errichtete der Baumeister R. Wiechert 1888 für den Milchhändler August Köppen. Es war das erste städtische Mietshaus in Mariendorf. Während die Blockrandbebauung bereits auf städtische Verhältnisse verweist, geht der Grundrisszuschnitt noch auf ländliche Vorbilder zurück. Wie bei den Bauernhäusern der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führt eine Freitreppe zum Hauseingang, denn das Erdgeschoss ist über einem hohen Souterrain angeordnet. Der Eingang erschließt nur die linke Erdgeschosswohnung. Zu den übrigen Wohnungen gelangt man durch den Eingang an der Rückseite, an den sich das Treppenhaus anschließt. Das Mietshaus erhielt eine herrschaftliche spätklassizistische Fassade. Ein Dreiecksgiebel betont die leicht hervortretende Mittelachse mit dem Hauseingang. Das Erdgeschoss wirkt mit den kräftig hervortretenden Rustikastreifen wie ein Sockel. Das Gurtgesims, das durchgehende Fensterbankgesims und das von Konsolen gestützte Hauptgesims unterstreichen die dominante horizontale Gliederung. Einige Details verraten, dass der strenge klassizistische Stil, der in den 1880er Jahre längst außer Mode gekommen war, durch schmuckreiche Elemente des Neorenaissancestils abgewandelt wurde.

Das Mietshaus Prühßstraße 26 errichtete der Bauunternehmer und Maurermeister August Lau 1898 auf eigene Rechnung. Das Gebäude verfügt über zwei Geschosse, weil aber das hohe Souterrain und das Dachgeschoss zu Wohnzwecken ausgebaut sind, handelt es sich eigentlich um ein vierstöckiges Mietshaus. (1) Für die Entstehung im ausgehenden 19. Jahrhundert spricht die plastisch durchgeformte Fassade, die wie bei den Mietshäusern der 1890er Jahre in Berlin durch Balkone und reiche Stuckdekorationen bereichert ist. Der ocker gefasste Stuck hebt sich von der roten Backsteinverkleidung der Wandflächen ab. Durch die Treppenhausachse über dem Hauseingang wird die Fassade asymmetrisch geteilt. Der Treppenhausrisalit unterbricht das Hauptgesims, über dem geschweiften Giebel folgt ein steil aufstrebender Turm. Kleine Dachhäuschen gliedern das steile, schiefergedeckte Dach. Zu den wertvollen baulichen Details, die unverändert erhalten sind, gehören die schmiedeeisernen Balkongitter, die Verglasungen der Treppenhausfenster und die Stuckornamente einschließlich der Inschrift im Giebelfeld über der Haustür. Die beiden Häuser wurden 1989-90 restauriert.


(1) In jedem Stockwerk sind jeweils zwei Wohnungen untergebracht.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 164f.
Teilobjekt Prühßstraße 26
Teil-Nr.: 09055070,T,001
Sachbegriff:
Strasse: Prühßstraße
Hausnummer: 26
Datierung: 1888
Entwurf: Wichert, R. (Baumeister)
Bauherr: Köppen, August (Milchhändler)
Teilobjekt Richterstraße 33
Teil-Nr.: 09055070,T,002
Sachbegriff:
Strasse: Richterstraße
Hausnummer: 33
Datierung: 1898
Entwurf: Lau, August