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Wohnhaus Markgrafenstraße 11

Obj.-Dok.-Nr.: 09055068
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Mariendorf
Strasse: Markgrafenstraße
Hausnummer: 11
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Datierung: 1876/1900

Das spätklassizistische Gebäude Markgrafenstraße 11, ursprünglich ein Wohnhaus mit Restaurant, gehört zu den ältesten Bauten des Fürstenviertels. Das zweistöckige Haus unter einem flach geneigten, kaum sichtbaren Zeltdach wurde um 1890 in einem noch völlig unbesiedelten Gebiet der Mariendorfer Feldmark errichtet. Mit der Backsteinverkleidung der Wandflächen und der aufgesetzten architektonischen Gliederung aus Putz und Stuck wurde ein Gestaltungsprinzip übernommen, das für den Mietshausbau des ausgehenden 19. Jahrhunderts typisch ist. Während die benachbarten Mietshäuser meist im Neorenaissancestil gestaltet sind, wählte man hier den damals veralteten klassizistischen Baustil. Die Gebäudeecken sind mit einer kräftigen Quaderung akzentuiert, die Fenster erhielten eine eher einfache profilierte Einfassung. Der Risalit an der Straßenseite, hervorgehoben durch einen Dreiecksgiebel und gliedernde Pilaster, unterstreicht den repräsentativen Charakter des Gebäudes. Zwischen den beiden Fensterachsen des Risalits ist eine doppelte Säulenstellung ausgebildet. An der östlichen Schmalseite führt eine doppelarmige Freitreppe zum Hauseingang. Im Erdgeschoss war ein Restaurant untergebracht, im Obergeschoss befanden sich Wohnräume. Die Ausflugsgaststätte in der Markgrafenstraße lockte besonders in den Sommermonaten viele Besucher an. Im großzügigen Garten gab es mehrere Pavillons, zeitweise auch ein Zeltkino. 1928 wurde das Gebäude zu einer Lungenfürsorgestelle umgebaut, heute beherbergt es Abteilungen des Sozialamts.

Literatur:
  • Topographie Tempelhof, 2007 / Seite 171