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Villa Maltzahn

Obj.-Dok.-Nr.: 09050418
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Tiergarten
Strasse: Derfflingerstraße
Hausnummer: 8
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Stadtvilla
Datierung: 1872-1873
Umbau: 1883-1901
Entwurf: Wuttke, Otto Hugo Eduard (Baumeister)
Entwurf: Gause, G. & Gause, C. (Architekt)
Bauherr: Maltzahn, Baron von (Rittergutsbesitzer & Reichstagsabgeordneter)

(...) an der Derfflingerstraße 8 liegende Villa Maltzahn hat seit dem Bau des Französischen Gymnasiums ihren städtebaulichen Zusammenhang verloren. Baumeister Otto Wuttke, der mit Georg Friedrich Kielgan an der Erschließung des Viertels beteiligt war, errichtete das Gebäude 1872-73 für den Rittergutsbesitzer und Reichstagsabgeordneten Baron Helmuth von Maltzahn-Gültz. (1) Es handelt sich um die einzige Villa, die aus der ersten Entwicklungsphase des Kielganviertel erhalten geblieben ist. Im Rahmen des Neubaus des Französischen Gymnasiums war ein Abriss vorgesehen, der jedoch durch engagierte Proteste verhindert werden konnte. Die Villa wurde restauriert, jedoch fast vollständig entkernt, um dort die Schulbibliothek unterzubringen. Seitdem fasst das Gebäude zusammen mit dem winkelförmigen Klassentrakt den platzartigen Hauptzugang mit Treppen und Grünanlagen ein. Otto Wuttke gestaltete einen kubischen Baukörper mit ausladendem Dach, bemalten Kassetten und einem Tympanon in der Formenwelt der Antike. Das entsprach dem damaligen Verständnis vom herrschaftlichen Wohnen. Architekt Robert Leibnitz führte 1900-01 einen Umbau für den Fabrikbesitzer F. Schulze aus, der die äußere Gestalt veränderte. Aus dieser Zeit stammt der Portalvorbau. An der Nordseite wurde ein Altan mit Terrasse angelegt.


(1) Dehio Berlin 2000, S. 445. Für die Villa Maltzahn hat sich die irreführende Bezeichnung "Villa Wuttke" eingebürgert.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 166f.