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Kaserne des 4. Garde-Regiments zu Fuß

Obj.-Dok.-Nr.: 09050343
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Moabit
Strasse: Rathenower Straße
Hausnummer: 11 & 12
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Unterkunftsgebäude
Entwurf: 1891
Fertigstellung: 1893
Umbau: 1952 & 1962
Entwurf: Schönhals, Ferdinand
Bauherr: Militär-Bauamt II

Die 1891-93 nach Plänen von Ferdinand Schönhals erbaute Kaserne des 4. Garde-Regiments zu Fuß nahm einen schmalen Geländestreifen entlang der Rathenower Straße ein. (1) Ursprünglich umfasste die Anlage sechs Mannschaftskasernen mit dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden sowie an der Seydlitzstraße eine Offizier-Speiseanstalt, eine Exerzierhalle und Pferdeställe. Ein Offizierwohnhaus kam 1910 hinzu. Die Kaserne, die seit 1920 dem Wachregiment Berlin als Standort diente, erlangte bei der Niederschlagung der Verschwörung vom 20. Juli 1944 geschichtliche Bedeutung. (2) Nach schweren Kriegsschäden wurden die Gebäude größtenteils abgerissen. Die Kasernengebäude waren im Stil der märkischen Backsteingotik gestaltet. Davon zeugt das erhalten gebliebene Unterkunftsgebäude an der Rathenower Straße 11-12. Mit Staffelgiebeln und Ecktürmchen, steilen Dächern und spitzbogigen Blenden, Spitz- und Stichbogenfenstern unterscheidet sich der rote Backsteinbau deutlich von den älteren Kasernen an der Kruppstraße, die noch den Burgenstil zeigen.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 384-386; Hach 1925, S. 34; Wirth 1955, S. 102; Sembritzki, Gerd: Die Kasernen des 4. Garde-Regiments zu Fuß, Rathenower Straße 9-18. In: Geschichtslandschaft 1987, S. 202-215; Dürre 2001, S. 80-81.

(2) Teile des hier stationierten Wachbataillons "Großdeutschland" unter Major Remer waren maßgeblich an der Aufdeckung und Zerschlagung des versuchten Staatsstreich beteiligt, die zur Hinrichtung der beteiligten Wehrmachtsoffiziere wie Oberst v. Stauffenberg, Oberst Merz v. Quirnheim, General Olbricht und Oberstleutnant v. Haeften führte, siehe Sembritzki, Gerd: Die Kasernen des 4. Garde-Regiments zu Fuß, Rathenower Straße 9-18. In: Geschichtslandschaft 1987, S. 202-215; Pitz/Hofmann/Tomisch 1984, S. 339 ff.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 384-386
  • Inventar Tiergarten, 1955 / Seite 102
  • Sembritzki, Gerd/ Die Kasernen des 4. Garde-Regiments zu Fuß =Geschichtslandschaft, Tiergarten 2, 1987 / Seite 202-215 (dort weit.Lit)
  • Katamon Exposé / Seite 246
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005