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168., 182. und 189. Gemeindeschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09050336
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Moabit
Strasse: Stephanstraße
Hausnummer: 27
Strasse: Quitzowstraße
Hausnummer: 115A
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Lehrerwohnhaus
Datierung: 1892-1894
Umbau: 1957 & 1985
Entwurf: Zekeli, Fridolin (Architekt)
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Ausführung: Stiebitz und Köppchen (Baufirma)
Bauherr: I. Stadt-Bauinspektion

Auf dem Gelände, das von der Stephanstraße 27 bis zur Quitzowstraße 115 A reicht, errichtete die Stadt Berlin 1892-94 Backsteinbauten für die 168., 182. und 189. Gemeindeschule. (1) Dabei wurde eine evangelische Gemeindedoppelschule mit einer katholischen Gemeindeschule zusammengelegt. Die dreifache Schule gehörte im ausgehenden 19. Jahrhundert mit 36 Klassen zu den größten schulischen Einrichtungen in Berlin. Der Klassentrakt ist zur Stephanstraße ausgerichtet. An das straßenseitige Hauptgebäude schlossen sich ursprünglich mehrere Hintergebäude an, die zusammen mit der Turnhalle die Blockinnenfläche besetzten. Die Hofgebäude gingen allerdings im Zweiten Weltkrieg verloren. Erst 1983-85 wurde dort ein Schulneubau errichtet. An der Quitzowstraße steht das alte Lehrerwohnhaus, das sich in die Bauflucht einordnet. Otto Stiehl fügte an das Wohnhaus 1914 eine zweigeschossige Turnhalle mit Schulküche an. Im Straßenbild macht sich die Turnhalle mit einem steilen Mansarddach und den arkadenartigen Erdgeschossfenstern bemerkbar. Der Klassentrakt geht noch auf Hermann Blankenstein zurück, der bis 1896 als Stadtbaurat für den Bau der städtischen Schulen zuständig war. Am Entwurf war maßgeblich Stadtbauinspektor Fridolin Zekeli beteiligt. Gegen Ende seiner Amtszeit löste sich Hermann Blankenstein vom nüchternen, akademischen Backsteinstil, den er bisher vertreten hatte. Beim Schulgebäude am Stephanplatz schuf er mit gotisierenden Architekturmotiven ein malerisches Bild. Die spannungsvoll angeordneten Seitenrisalite, die zinnengeschmückten Giebel und die Bogenfriese unter dem Hauptgesims erinnern an die märkische Backsteingotik. Hermann Blankenstein verwendete in den 1890er Jahren roten statt gelben Backstein. Um die Straßenfront lebendig zu gliedern, bediente er sich grün glasierter Ziegel. Die Fensterbrüstungen wurden mit farbigen Terrakotten geschmückt. Eine besonders reiche Gestaltung erhielt das Bogenfeld des linken Giebels. Farbige, glasierte Terrakotten sind in ein Blendmaßwerk eingebettet. Das Wappen mit dem Berliner Bär verweist auf die Stadt Berlin als Schulträger.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 323-324, 326; Oehlert 1910, S. 105-107, 185; Wirth 1955, S. 91; BusB V C, S. 150-151. Die Schulanlage war für beide Konfessionen bestimmt. Neben der evangelischen 168. Knaben- und 182. Mädchenschule wurde die 189. Schule für katholische Knaben und Mädchen eingerichtet.

Literatur:
  • Oehlert, Wilhelm, Moabiter Chronik, Berlin 1910 / Seite 105-107, 185
  • Inventar Tiergarten, 1955 / Seite 91
  • BusB II/III 1896 / Seite 323f.
  • BusB V C 1991 / Seite 350-51
  • Katamon Exposé / Seite 267
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005