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Bedürfnisanstalt Huttenstraße & Wiebestraße

Obj.-Dok.-Nr.: 09050267
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Moabit
Strasse: Huttenstraße & Wiebestraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bedürfnisanstalt
Datierung: 1914
Entwurf & Ausführung: Städtisches Hochbauamt I
Bauherr: Stadtbauinspektion X

Auf dem südlichen Gehweg der Huttenstraße, gegenüber der Verwaltungszentrale der Ludwig Loewe & Co. AG, wurde 1914 eine öffentliche Bedürfnisanstalt aufgestellt. Zu dieser Zeit war die Anzahl der im Industriegebiet beschäftigten Arbeiter bereits stark angestiegen. Unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg wurde noch immer die 1878 entwickelte Grundform verwendet, die sich durch einen achteckigen Grundriss und einen standardisierten Aufbau auszeichnet. (1) Dieser Typ, der im Volksmund als "Café Achteck" bezeichnet wird, war in Berlin weit verbreitet. Aufgrund der feingliedrigen Eisenkonstruktion wirkt das Toilettenhäuschen leicht und grazil. Die genormten, vorgefertigten Wandelemente, eingespannt zwischen gusseisernen Pfosten, ließen sich vor Ort leicht montieren. Oben wurde eine Fensterreihe mit kreuzförmig vergitterten Öffnungen ausgebildet. Eine Lüftungshaube bekrönt das überstehende, leicht geneigte Dach. Eine dreiseitig gebrochene Schutzwand verdeckt den Eingang. Die öffentliche Bedürfnisanstalt dokumentiert die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in Martinickenfelde. Das Viertel, das ganz am Rande der Stadt Charlottenburg lag, erhielt erst 1894 Anschluss an die Kanalisation.


1) BusB 1896, Bd. 1, S. 43-45; Straßenmöbel 1983, S. 54 ff.; Mayer, Lorenz: Berliner Bedürfnisanstalten. In: Die vergessenen Tempel. Zur Geschichte der Sanitärtechnik. Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der AQUA Butzke-Werke AG als Aktiengesellschaft. Marburg 1988, S. 87-100; An jeder Ecke. Berliner Straßenmöbel. Hrsg. v. Bezirksamt Mitte von Berlin. Berlin 1998, S. 5-7.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 44
  • Exerzierfeld der Moderne, 1984 / Seite 165
  • Katamon Exposé / Seite 300
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005