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ehem. Estnische Gesandtschaft

Obj.-Dok.-Nr.: 09050266
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Tiergarten
Strasse: Hildebrandstraße
Hausnummer: 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus & Villa
Datierung: 1883-1884
Umbau: 1895 & 1923 & 1942
Bauherr: Hildebrand, Theodor (Schokoladenfabrikant)
Entwurf: Kayser und von Großheim (Architektengemeinschaft)
Entwurf & Ausführung: Reimarus und Hetzel (Architekt & Baugeschäft)

Die Estnische Gesandtschaft, Hildebrandstraße 5, geht auf eine Villenkolonie zurück, die der Schokoladenfabrikant Theodor Hildebrand in diesem Teil des Tiergartens, entlang der Hildebrandschen Privatstraße, um 1850 anlegen ließ. (1) Hermann Kirchhoff errichtete auf dem Grundstück 1852-53 eine zweigeschossige Villa, die nach Plänen der renommierten Architekten Heinrich Kayser und Karl v. Großheim 1883-84 um einen dreigeschossigen Anbau erweitert wurde. Die heutige Gestalt des Botschaftsgebäudes geht auf einen Umbau zurück, den Reimarus & Hetzel 1895 ausführten. Während der Erweiterungstrakt erhalten blieb, wurde die alte Villa durch eine gestaffelte Baugruppe ersetzt. 1923 übernahm die Botschaft der wenige Jahre zuvor gegründeten Republik Estland das malerische Wohnhaus. Die asymmetrisch angelegte Stadtvilla ist im Neorenaissancestil des ausgehenden 19. Jahrhunderts gehalten. Mit der mehrfach abgestuften Straßenfassade, dem genuteten Sockelgeschoss, dem steilen Mansarddach und dem sparsam eingesetzten Bauschmuck macht das Gebäude einen repräsentativen Eindruck. Die architektonische Qualität ist heute wieder erlebbar, denn die Estnische Botschaft, die 2001 wieder in ihr altes Gebäude zog, sorgte für eine grundlegende Restaurierung.


1) Schmidt 1981, S. 332.

Literatur:
  • Schmidt, Tiergartenviertel, 1981 / Seite 331
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 133f.