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Mietshaus Birkenstraße 53

Obj.-Dok.-Nr.: 09050257
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Moabit
Strasse: Birkenstraße
Hausnummer: 53
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1881-1882
Umbau: 1906 & 1913
Entwurf & Ausführung: Schneegaß, E. (Maurermeister)
Bauherr: Schneegaß, E. (Maurermeister)

Östlich der Stromstraße, die die Birkenstraße kreuzt, setzte die Bautätigkeit verstärkt erst in den 1880er Jahren ein. Aus dieser Bauperiode stammen die drei Mietshäuser Birkenstraße 53-56, die mit ihren gut erhaltenen Stuckfassaden die Abkehr von der spätklassizistischen Bauweise deutlich machen. Nicht zu übersehen ist die gleichartige Gestaltung der nur viergeschossigen Häuser Birkenstraße 53 und Birkenstraße 54, die der Maurermeister E. Schneegaß auf eigene Rechnung entwarf und 1881-83 selbst ausführte. (1) Über dem kräftig gequaderten Putzsockel, beim Haus Birkenstraße 53 durch Laden- und Gaststätteneinbauten verändert, sieht man rote und gelbe Backsteinfassaden, an denen Gesimse und plastische Fenstereinfassungen aus Stuck kontrastierend angebracht sind. Die Bauformen gehen unverkennbar auf die Hochrenaissance zurück, hier mit niederländischem Anklang. Bemerkenswert ist die von Schneegaß gewählte Zusammenfassung des zweiten und dritten Stockwerks durch Verbindung der Fensterrahmungen, die für eine klassische dreiteilige Fassadengliederung sorgt und zugleich beide Häuser noch mehr zusammenbindet. Die Mietshäuser waren für die Fabrikarbeiter in Moabit gedacht. Die kleinen Wohnungen umfassen daher nur Stube, Kammer und Küche, oft auch nur Stube und Küche. Toiletten gab es anfangs nur auf dem Hof. (2)


1) Monke 1968, Bd. 1, S. 94, Bd. 2, Abb. 136-139 (unter Angabe eines falschen Architekten und Bauherrn).

2) Bei einer Sanierungsmaßnahme wurde in den 1990er Jahren das 1905-06 erbaute Quergebäude des Grundstücks Birkenstraße 53 abgebrochen. Der Fabrikbau entstand nach einem Entwurf von Ferdinand Lante für die Wäscherei und Färberei Bergmann, die auf dem nahe gelegenen Grundstück Lübecker Straße 27 ihre Stammniederlage hatte. 1911-12 ließ sich die Firma von dem gleichen Architekten auf Grundstück Alt-Moabit 95 an der Spree ein großes mehrgeschossiges Fabrikgebäude errichten, das heute noch existiert.

Literatur:
  • Monke, Grundrißentwicklung des Berliner Mietshauses, 1968 / Seite 94
  • Thienel, I., Städtewachstum im Industrialisierungsprozeß des 19.Jahrhunderts, Berlin 1973 / Seite 183, 217
  • Katamon Exposé / Seite 264f.
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005