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Gewerkschaftshaus des Gewerkschaftsbunds der Angestellten

Obj.-Dok.-Nr.: 09050228
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Tiergarten
Strasse: Am Karlsbad
Hausnummer: 8
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Verwaltungsbau
Entwurf: 1927
Datierung: 1928-1929
Umbau: 1955 & 1984
Entwurf: Schaudt, Johann Emil (Architekt)
Ausführung: Georg Jacobowitz (Baufirma)
Bauherr: Gewerkschaftsbund der Angestellten (Gewerkschaftsbund)

Auch das 1928-29 erbaute Verwaltungsgebäude des Gewerkschaftsbunds der Angestellten, Am Karlsbad 8, tritt traditionsbetont auf. (1) Jedoch wählte der durch das Kaufhaus des Westens bekannt gewordene Architekt Johann Emil Schaudt einen weitaus machtbetonteren Stil. (2) Das Gewerkschaftshaus besitzt eine monumentale Pfeilerordnung, die an die vor dem Ersten Weltkrieg erbauten Verwaltungsgebäude von Peter Behrens erinnert. Das bestimmende Moment sind elf fast über die gesamte Fassadenhöhe laufende Pfeiler, eingestellt in eine Nische, wobei die Wirkung durch die schmucklose glatte Verkleidung aus rotem Sandstein und roter Tufflava noch gesteigert wird. Im Innern setzt sich das Pfeilermotiv in der Treppenhalle mit der vierteiligen, gegenläufigen Treppe fort. Auch hier sind Wände und Böden gänzlich mit Natursteinplatten verkleidet. Der Fußboden ist mit roten und grauen Platten im Schachbrettmuster belegt, die im Zusammenklang mit den aufstrebenden Pfeilern dem Foyer eine überspitzt sachliche Ausstrahlung verleihen. Das Gebäude drückt die gewachsene Geltung der Angestelltengewerkschaft aus, hatten doch die Angestellten aufgrund der wirtschaftlichen Veränderungen neben der Arbeiterschaft immer mehr an Bedeutung gewonnen.


1) [GDA-Bundeshaus in Berlin] in: Bauwelt 20 (1929), S. 989; Das "Haus der Angestellten" in Berlin. In: Die Pyramide 15 (1929/30), S. 146-157; [Berlin, Verwaltungsgebäude des GDA] in: Zentralblatt der Bauverwaltung 50 (1930), S. 280; Moderner Berliner Zweckbau. Berlin-Leipzig 1932, S. 18, Tafel; Osborn, Max: Johann Emil Schaudt. Berlin-Leipzig-Wien 1930; Wirth 1955, S. 264; BusB IX, S. 198.

2) Schaudt baute zur gleichen Zeit durchaus in den Formen des Neuen Bauens, wie das 1920 errichtete Seidenhaus Michels, Leipziger Straße 87, beweist.

Literatur:
  • Inventar Tiergarten, 1955 / Seite 264-265
  • BusB IX 1971 / Seite 198
  • N.N./ Das Haus der Angestellten =Die Pyramide 15 (1929/30) / Seite 146-157; S. 176f. (technische Einrichtungen), S.199 (Heizung und Lüftung)
  • N.N./ GDA-Bundeshaus in Berlin =Bauwelt 20 (1929) / Seite 989
  • Zentralblatt der Bauverwaltung 50 (1930) / Seite 280
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 146ff.