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Mietshaus Alt-Moabit 93

Obj.-Dok.-Nr.: 09050224
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Moabit
Strasse: Alt-Moabit
Hausnummer: 93
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Entwurf: 1859-1865
Umbau: 1878 & 1959
Ausführung: Blume, F. (Maurermeister)
Ausführung: Reuter, Carl (Zimmermeister)
Bauherr: Kelch, August (Torfgräbereibesitzer)

Das (...) Mietshaus Alt-Moabit 93 gehört zu den frühen Wohngebäuden in Moabit. Es wurde 1859 begonnen, 1865 fertig gestellt und 1877 um zwei Seitenflügel ergänzt. (1) Maurermeister F. Blume und Zimmermeister Carl Reuter errichteten das Mietshaus für den Torfgräbereibesitzer August Kelch. Es verfügte über zwei Dreizimmerwohnungen pro Stockwerk, die beim Umbau 1877 in die Seitenflügel hinein verlängert wurden. Die vornehme spätklassizistische Putzfassade, die heute zu sehen ist, wurde 1993 ausgehend von der ursprünglichen Fassung wieder hergestellt. Auf den vornehmen Charakter des Mietshauses verweist bis heute die 1865 eingebaute gusseiserne Vorderhaustreppe. Mit den durchbrochenen, in Rosetten aufgelösten Setzstufen ist die in Gusseisen ausgeführte Treppe ein bedeutendes Dokument der Berliner Eisenindustrie des 19. Jahrhunderts. Obwohl derartige, aus vorgefertigten Eisenelementen montierte Treppen im 19. Jahrhundert weit verbreitet waren, sind nur wenige Beispiele überliefert. (2)


1) Monke 1968, Bd. 1, S. 42, 72, 73-74, Bd. 2, Abb. 21, 66, 79-80.

2) Unter dem Einfluss Karl Friedrich Schinkels fanden künstlerisch gestaltete gusseiserne Treppenanlagen Aufnahme in die Musterkataloge der Berliner Eisenindustrie. Zu den gusseisernen Treppen in Berlin siehe Lorenz, Werner: Konstruktion als Kunstwerk. Bauen mit Eisen in Berlin und Potsdam 1797-1850. Berlin 1992, S. 271.

Literatur:
  • Monke, Grundrißentwicklung des Berliner Mietshauses, 1968 / Seite 71, 73, 74
  • Katamon Exposé / Seite 221f.
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005