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Mietshaus Joseph-Haydn-Straße 1

Obj.-Dok.-Nr.: 09050198
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Hansaviertel
Strasse: Joseph-Haydn-Straße
Hausnummer: 1
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1886-1887
Umbau: 1949
Ausführung: Feibicke (Maurermeister)
Bauherr: Feibicke (Maurermeister)
Entwurf: Ende und Böckmann (Architektensozietät)

Das 1886-87 erbaute Mietshaus Joseph-Haydn-Straße 1 vermittelt mit seiner dreiseitig abgewinkelten Straßenfront zwischen der Joseph-Haydn-Straße, die den Bahnhof unterquert, und der Klopstockstraße. Das dreieckige Grundstück befand sich im Besitz des renommierten Architekten Hermann Ende, der gemeinsam mit Wilhelm Böckmann ein herrschaftliches Mietshaus im spätklassizistischen Stil entwarf. Kurz nach Baubeginn erwarb Mauermeister Feibicke das Grundstück, der den Mietshausbau wie geplant zu Ende führte. Das Gebäude besitzt einen ungewöhnlichen Grundriss, der dem dreieckigen Grundstück angepasst ist. In der Mitte ist ein Treppenhaus mit Oberlicht angeordnet, das über eine großzügige geschwungene Eisentreppe jeweils zwei Wohnungen pro Stockwerk erschließt. Die großen Fünfzimmerwohnungen wenden sich teils zur Straße, teils zu einem Lichthof, während Seitenflügel fehlen. Die Fassade ist durch einen breiten Mittelrisalit und seitliche Erkerachsen symmetrisch gegliedert. Der zurückhaltend eingesetzte klassizistische Dekor, der auf die herrschaftlichen Villen von Hermann Ende und Wilhelm Böckmann verweist, war in den 1880er Jahren längst veraltet. (1)


1) Von Ende & Böckmann stammen zahlreiche Villen im Tiergartenviertel, die jedoch nicht erhalten sind. Eine Ausnahme bildet die Villa von der Heydt, die Hermann Ende 1860-61 entworfen hat.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 179