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Sowjetisches Ehrenmal

Obj.-Dok.-Nr.: 09050175
Bezirk: Pankow
Ortsteil: Buch
Strasse: Wiltbergstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Gedenkstätte
Datierung: 1947-1948
Entwurf: Tenne, Johann (Architekt)
Bauherr: Sowjetische Militärverwaltung

Wendet man sich (...) in Richtung Dorfkern, dann steht hinter der Einmündung der Straße Alt-Buch auf der rechten Seite der Wiltbergstraße am Rande des Schlossparks das Sowjetische Ehrenmal, Wiltbergstraße. Das 1947-48 von Johann Tenne gestaltete Monument erinnert an die im Kampf um Buch gefallenen Sowjetsoldaten, die an dieser Stelle beerdigt und später in die Gedenkstätte im Volkspark Schönholzer Heide umgebettet worden sind. Die aufwändige architektonische Gestaltung und die russische Inschrift "Ewiger Ruhm den Helden, die im Kampf um die Befreiung der Menschheit vom Faschismus gefallen sind" ehren die Opfer. Mit der Gestaltung als Obelisk folgte der Künstler zwar dem verbreiteten Schema der Ehrenmale, die in der Nachkriegszeit in der gesamten sowjetisch besetzten Zone errichtet wurden. Der mehrstufige Aufbau, die unterschiedlichen Materialien (Granit, Muschelkalk) und die bronzenen Applikationen unterscheiden das Bucher Mahnmal jedoch von anderen, schlichter gestalteten Werken.

Das Sowjetische Ehrenmal in Buch steht auf einem dreistufigen Treppenpodest aus Granit, auf dem vier Granitkugeln, durch schwere Ketten miteinander verbunden, einen quadratischen Sockel einfassen. Dieser ist mit bossierten Granitplatten verkleidet, die auf jeder Seite einen Rundbogen bilden. Die Bogenfelder sind, leicht zurückversetzt, mit Muschelkalkplatten bedeckt. Über diesem Sockel erhebt sich der eigentliche, ebenfalls mit Muschelkalk verkleidete Obelisk, der aus einem flachen Unterbau und einer hohen Pyramide mit Bronzekrone und Stern besteht. An der Vorderseite der Basis, die an den Ecken durch paarig angeordnete Kunststein-Säulen in Form von Fackeln mit Bronzeflammen geschmückt ist, sind die Jahreszahlen "1941-45" eingemeißelt. Durch eine abgeschrägte Nut darüber scheint die hohe Pyramide auf dem Unterbau zu schweben. Der Kontrast zwischen dem massiven und kraftvollen Sockel aus Bossenquadern, Eisenketten und Kugeln, die an Kanonenkugeln erinnern, und dem feierlich geschmückten Obelisken mit Fackeln, Inschrift und bekrönendem Stern verleiht der Gesamtkomposition eine ungewöhnliche Monumentalität.

Literatur:
  • Topographie Buch, 2010 / Seite 107f.