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Landhaus Prieger

Obj.-Dok.-Nr.: 09046539
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Lassenstraße
Hausnummer: 32 & 36
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus
Datierung: 1911-1912
Umbau: 1924
Entwurf: Paul, Bruno (Architekt)
Bauherr: Prieger, Ernst (Direktor)
Entwurf: Cremer und Wolffenstein (Architektensozietät)

Die benachbarte Villa Prieger in der Lassenstraße 32/34 errichtete die Architektensozietät Cremer & Wolffenstein, die durch reiche Monumentalbauten und Berliner Synagogen der Jahrhundertwende bekannt geworden war. Der Anspruch des Bauherrn forderte eine Architektur, die die zeitgenössische Kritik aufgrund der Enfilade der Gesellschaftsräume und der Wirkung des Äußeren zwischen Landhaus und Herrenhaus ansiedelte. (203) Ungewöhnlich ist die Stellung auf dem Grundstück. Das Haus ist mit seiner Rückseite, an der Hauptzugang und rechtwinklig angefügter Küchenflügel, 1924 von Bruno Paul, liegen, nahe an das westliche Nachbargrundstück herangerückt und wendet sich mit einer architektonisch eindeutig untergeordneten Seite zur Straße, während die eigentliche Hauptfassade zum ehemaligen Garten orientiert ist. Diese private Ausrichtung besitzen nur wenige Repräsentationsbauten der Kolonie; zu den Ausnahmen gehört die erhaltene Villa Harteneck. Typologisch nähert sich die Villa Prieger mit ihren großflächigen, aber fein profilierten Fenstern und dem mächtigen doppelgeschossig ausgebauten Mansardwalmdach der Beginnenden Moderne, die durch antikisierende Details im Stil "Um 1800", etwa die dorischen Säulen im ausschwingenden Wintergarten oder in der Nische des Giebelhauses, bereichert wurde. (204)


203) DBZ (57) 1923, S. 139.

204) Das Gebäude gehört zum Spätwerk der ansonsten durch reichste Monumentalbauten und Berliner Synagogen der Jahrhundertwende bekanntgewordenen Architektensozietät. Während sein Äußeres im Zustand der von Bruno Paul 1924 vorgenommenen nördlichen Erweiterung des Küchentraktes weitgehend erhalten ist - allerdings fehlen die für die Gesamtwirkung wichtigen Fensterläden -, wurde das Innere mehrfach verändert. 1961 zog das Gästehaus "Marquis Posa" ein, seit 1972 dient das Bauwerk, dessen westlicher Garten abgetrennt und neu bebaut wurde, als Aussiedlerheim.

Literatur:
  • Deutsche Bauzeitung 57 (1923) / Seite 138f.
  • Cremer & Wolffenstein. Königliche Geheime Bauräte, Berlin1915 / Seite 13
  • Ribbe, Wolfgang ; Schäche, Wolfgang (Hg.) / Baumeister, Architekten, Stadtplaner. Biografien zur baulichenEntwicklung Berlins, Berlin 1987 / Seite 608-609, 644-645, 663
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 116