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Haus Cohn

Obj.-Dok.-Nr.: 09046504
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Hubertusbader Straße
Hausnummer: 22 & 24
Strasse: Kronberger Straße
Hausnummer: 1 & 3
Strasse: Taunusstraße
Hausnummer: 2 & 4
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus
Datierung: 1925
Entwurf & Ausführung: Firle, Otto (Architekt)
Bauherr: Cohn, Isidor & Cohn, Philipp (Konfektionsrat)

Der Standort dieser zu den auffallendsten Grunewaldvillen gehörenden Anlage markiert auch eine städtebauliche Nahtstelle: das Zusammentreffen von Grunewalder und Schmargendorfer Straßenraster. Die unterschiedliche Tiefe der Grundstücke und die Dreiecksparzellen, die am Zusammentreffen der Straßen ausgespart wurden, schufen andere Bebauungsvoraussetzungen als in den übrigen Bereichen der Kolonie. Diesem Umstand verdankt das Doppellandhaus der Konfektionäre Isidor und Philipp Cohn, das Otto Firle auf dem Zwickelgrundstück zwischen Hubertusbader, Taunus- und Kronberger Straße errichtete, seine Gestalt. Außerordentlich geschickt wußte Firle - bekannt ob seiner 1935/36 errichteten Nordstern-Lebensversicherungsbank am Fehrbelliner Platz - die exponierte, von allen Seiten einsehbare Lage zu nutzen. Er orientierte das im Grundriß und Äußeren asymmetrisch angelegte Doppelhaus auf die Nordspitze des Dreiecks am Zusammentreffen von Hubertusbader und Kronberger Straße. Indem er die Einfriedungsmauer durch ein schmales Gitter torähnlich unterbrach, gab er - wohlberechnet - einen Blick auf den sich zum Garten hin in Rundbogenarkaden öffnenden Bau frei. An den Langseiten bestimmen je Haupthaus und Wirtschaftsflügel die städtebauliche Situation; zum südlichen Gartenteil an der Taunusstraße legte Firle die Terrasse vor Damen- und Herrenzimmer. Es ist eine konservative, sehr strenge Architektur, an der die Stichkappenfenster des Hauptgeschosses auffallen, die die allgemein üblichen Rundbogenfenster ersetzen, allerdings erst in nationalsozialistischer Zeit eigentliche Verbreitung fanden. (246)


246) Vgl. besonders die von Breuhaus errichteten Bauten; 1950 wurde das Bauwerk in ein "Damenheim", 1970 in ein Altenheim verwandelt. Lit.: Innendekorationen (40) 1929, H. 7, o.S.

Literatur:
  • Innendekoration 40 (1929) Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 133