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Landhaus Ullstein

Obj.-Dok.-Nr.: 09046496
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Höhmannstraße
Hausnummer: 10
Strasse: Regerstraße
Hausnummer: 17
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus & Chauffeurshaus
Datierung: 1930-1931
Bauherr: Ullstein, Louis (Verleger)
Entwurf: Breslauer und Salinger (Architektensozietät)
Ausführung: Berlinische Bau-Gesellschaft

Der Treppe kam ein Gewicht beim Bau der Landhausanlage Ullstein zu, die Breslauer & Salinger in das weitläufige Eckgrundstück an der Höhmannstraße 10/ Regerstraße 11/15 gruppierten. Da die Treppe diagonal auf die Grundstücksecke zuführt, legten die Architekten ihre opulente Torarchitektur an diese Stelle. Das Landhaus selbst wurde weit an der hinteren Grundstücksgrenze errichtet. (313) Von der noch neobarocke Einflüsse spiegelnden Durchfahrt führt ein befestigter Weg auf die Säulenunterfahrt des Hauptportals zu. Sie gehört zu dem weit vorgezogenen Eingangstrakt, dessen abschließender Dreiecksgiebel den hierarchischen Höhepunkt der gesamten Hauptfassade darstellt. Gemessen an ihm sind die Umfassungsmauern schlicht gehalten. Anstelle der üblichen Rundbogenfenster besitzt der Bau hohe Rechteckfenster. Das steile Walmdach wird von einer Reihe segmentbogenförmig geschlossener Dachhäuschen gegliedert. An der Gartenseite unterbricht eine ehemals offene, mit ionischen Säulen geschmückte Erdgeschoßloggia den an sich symmetrisch organisierten Aufbau. An sie schließt über die gesamte Breite des Hauses eine mit Balustern besetzte Terrasse an, die wie die Loggia in Haustein ausgeführt wurde. Das Innere ist trotz aller Opulenz klar und übersichtlich gegliedert. Der mit Nebenräumen versehene Eingangstrakt birgt auch das Haupttreppenhaus, so daß die anschließende Halle als Hauptraum des Gesellschaftsgeschosses frei von Einbauten blieb. An der südlichen Seite liegt die ungewöhnlich große Bibliothek des Bauherrn, Chef des Verlagshauses Ullstein. (314) Wegen des fehlenden Souterrains wurden Küche und Nebenräume im nördlichen Gebäude fest untergebracht. Der für ein Landhaus dieses Repräsentationsgrades obligatorische Garagenbau mit einliegender Chauffeurwohnung wurde 1930 ebenfalls von Breslauer & Salinger axial auf den Portalvorbau ausgerichtet. Er orientiert sich formal am Hauptbau, besitzt aber ein extrem hohes, doppelgeschossig ausgebautes Walmdach.


313) Ursprünglich verlief die Grenze zu Dahlem etwa 5 Meter hinter der Rückfront.

314) Das Gebäude diente seit Kriegsende als Sitz des Britischen Botschafters in Berlin. Das Gewächshaus im nördlichen Teil des Grundstücks wurde 1990 durch einen Neubau ersetzt.

Literatur:
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 174