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Villa Wieck

Obj.-Dok.-Nr.: 09046489
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Herthastraße
Hausnummer: 4
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus
Datierung: 1890-1891
Umbau: 1934
Entwurf: Seeling, Heinrich (Architekt)
Entwurf & Ausführung: Wieck, Bernhard (Amts- und Gemeindevorsteher)

Auf der Ostseite der Herthastraße steigt das Terrain zum Teil beträchtlich an, so daß besonders das Landhaus Wieck, ebenfalls eines der ältesten erhaltenen Bauten der Kolonie, hoch über dem Straßenniveau liegt. Sein Architekt, der spätere Charlottenburger Stadtbaurat Heinrich Seeling, setzte das Gebäude weit aus der Bauflucht zurück. (160) Gemessen an der Doppelvilla Schulze, mit der es eine gemeinsame rückwärtige Grundstücksgrenze hat, wurde hier ein größerer - auch individuellerer - architektonischer Aufwand betrieben. Obwohl wie dort Massivbau und Fachwerk verbunden sind, besteht doch in der spannungsreichen Gliederung der Baumassen, besonders in der Staffelung der Dächer, ein größerer künstlerischer Anspruch. Obgleich mit dem bunt gemusterten Falzziegeldach ein Teil der ursprünglichen Farbigkeit verloren ging, wirkt das Gebäude noch heute durch seine Hanglage und durch den als Wasserdruckbehälter dienenden Nordostturm bestimmend auf seine Umgebung ein.


160) Das relativ schmale Grundstück umfaßte ursprünglich die Bismarckallee 115 und besaß einen künstlerisch gestalteten Garten. Die innere Raumstruktur ist trotz zweimaligen Wohnungseinbaus weitgehend erhalten; im Äußeren macht sich das Fehlen des ursprünglichen Turmhelms und der farbigen Dachpfannen bemerkbar. Beeinträchtigend für den Gesamteindruck ist die Einfriedung aus den sechziger Jahren.

Literatur:
  • Zentralblatt der Bauverwaltung 12 (1892) / Seite 123f.
  • Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 4 (1891) / Seite 32, 90
  • Hessling, Hausthüren und Thore I, 1900
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993