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Villa Kalisch-Lehmann

Obj.-Dok.-Nr.: 09046487
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Herbertstraße
Hausnummer: 20
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Villa
Datierung: 1890
Umbau: 1901
Entwurf & Ausführung: Solf, Hermann
Bauherr: Lehmann, Lilli (Kammersängerin)
Bauherr: Kalisch, T. (Opernsänger)

Mit dem von Hermann Solf in der Herbertstraße 20 schon 1890 errichteten Landhaus hat sich eine der interessantesten Bauten aus der Gründungsphase der Kolonie erhalten. Bauherren waren der Hofopernsänger T. Kalisch und dessen Frau, die Königliche Kammersängerin Lilly Lehmann, die in Amerika die dortige Landhausarchitektur schätzen gelernt hatten und Elemente davon in ihr Grunewalder Landhaus übertragen wissen wollten. Die Küche sollte im Erdgeschoß liegen, das Treppenhaus zur Wohndiele erweitert sein, viele, aber nur knapp vortretende Fenstererker sollten Räume und Fassaden beleben. Hermann Solf ließ dem leicht ansteigenden Gelände die Treppung der geklinkerten Einfriedungs- und Stützmauer mit überdachtem Eingang folgen und setzte in Korrespondenz dazu das geklinkerte Sockelgeschoß des Baus. Ebenso klar wie behutsam wirkte die funktionale Organisation der Wohnung nach außen - in knappen Wandversprüngen, sandsteinernen Fensterrahmungen, Erkerverdachungen, dem an die Außenwand gerückten Kamin der Diele. Als Blickfang wirkt das gleichfalls zu Wohnzwecken genutzte und in seinen Aufbauten entsprechend lebhaft gestaltete Dach. (163)


163) Durchgreifende Sanierung 1981/82.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 111, 157
  • BusB IV C 1975 / Seite Obj. 1583, 86
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 91f., 120f.
  • Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 4 (1891) 10 / Seite 41
  • Deutsche Bauzeitung 30 (1896) / Seite 540-42