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Schaltwerk Halenseestraße 26 & 28 & 30

Obj.-Dok.-Nr.: 09046480
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Halensee
Strasse: Halenseestraße
Hausnummer: 26 & 28 & 30
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Schaltwerk
Datierung: 1927-1928
Entwurf: Brademann, Richard (Architekt)

Unmittelbar an die westliche Friedhofsmauer grenzt ein wiederum von Bahnanlagen eingeschlossenes Terrain, auf dem Richard Brademann 1927/28 eines seiner herausragenden Berliner Großschaltwerke errichtete. (339) Der formale Aufwand beziehungsweise die weit über einen Nutzbau hinausreichende anspruchsvolle Gestaltung überrascht um so mehr, als das Gebäude in seiner Lage weitgehend der Betrachtung entzogen ist. Die geklinkerte, konstruktiv auf einem Stahlbetonskelett basierende Anlage setzt sich aus dem viergeschossigen Hochspannungs- und dem zweigeschossigen Gleichrichterhaus zusammen, die ein oktogonaler Hallenbau, die Schaltwarte, miteinander verbindet. Die Dreiteilung unterstreicht die unterschiedlichen Funktionen des Schaltwerks. Während das entlang der Gleise errichtete Hochspannungshaus einen blockhaften, wenig strukturierten Baukörper besitzt, ist das nur vom Kronprinzendamm aus überschaubare Gleichrichterhaus in Höhe und Breite lebhaft gestaffelt. Es sind besonders die vorspringenden, pfeilerähnlichen Kamine mit ihren scharfkantigen Graten, die für eine kräftige Rhythmisierung sorgen. Zwischen allen Baugliedern, auch den Details, besteht ein spannungsreicher Kontrast. Stilistisch steht das Schaltwerk zwischen der Neuen Sachlichkeit und dem Expressionismus.


339) Richard Brademann, Schaltwerk Halmsee der Reichsbahndirektion Berlin, in: CdB (49) 1929, S. 1313-1320; kurze Erwähnungen in: Karl Heinz Hüter, Architektur in Berlin 1900-1933, Dresden 1987, S. 265, 270; BusB X B (2) (vgl. Anm. 249).

Literatur:
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 189f.
  • BusB X B 2 1984