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Mietvilla Caspar-Theyß-Straße 9

Obj.-Dok.-Nr.: 09046419
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Caspar-Theyß-Straße
Hausnummer: 9
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietvilla
Datierung: 1908-1909
Entwurf: Thomae, Arthur (Maurermeister)
Bauherr: Röhling, Carl (Historienmaler)

Als der westliche Abschnitt der Caspar-Theyß-Straße um 1910 bebaut wurde, befanden sich auf dem ausgedehnten Areal des ehemaligen Dienstgebäudes des Reichsarbeitsdienstes Haltestelle und Depot der Dampfeisenbahn. Die landhausartige Bebauung beschränkte sich auf den südlichen Teil der Caspar-Theyß-Straße, deren Grundstücke im Westen bis an den monumentalen Schulbau an der Herbertstraße heranreichten. Unbeschadet hat sich aus dieser Periode nur die Mietvilla Caspar-Theyß-Straße 9 erhalten, die sich der Schlachten- und Historienmaler Carl Röhling 1908/09 erbauen ließ. Das relativ kleine Grundstück maximal ausnutzend ist sie nah an die Straße gerückt, wobei sich der vordere Bauteil wie ein Querriegel vor den tiefen Hofflügel legt. Die symmetrische Hauptfassade mit ihrem Neorokoko-Dekor weist konservative Züge auf. Die vorherrschende Vertikaltendenz über dem hohen genuteten Sockelgeschoß wird durch die kolossale Pilasterordnung verursacht, die nicht nur den risalitartig vorkragenden Mittelteil, sondern auch die Gebäudeecken markiert. Im hohen Mansarddach war ursprünglich das Atelier des Bauherrn eingerichtet. (171) Der Hofflügel ist weitaus schlichter, aber von gestalterischem Anspruch. Bemerkenswert sind die offene Halle des seitlichen Haupteinganges und der von einer Welschen Haube abgeschlossene Treppenturm an der Südwestecke.


171) Die Atelierräume wurden 1921 zu "Notstandswohnungen" umgebaut; dabei möglicherweise Beseitigung der kuppelartigen Bekrönung des dreiachsigen Dachhauses.

Literatur:
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 98f., 110