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Walther-Rathenau-Oberschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09046418
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Caspar-Theyß-Straße
Hausnummer: 1
Strasse: Herbertstraße
Hausnummer: 2 & 4 & 6
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1926 & 1958-1959
Entwurf: Dettmer
Entwurf: Zaar und Vahl (Architektengemeinschaft)

Das Grundstück der Caspar-Theyß-Straße 1 wird gemeinsam mit der Herbertstraße 2/6 vom ausgedehntesten Schulkomplex der Grunewaldkolonie, der in drei Baustufen entstandenen Walther-Rathenau-Oberschule ("Grunewald-Gymnasium"), eingenommen. Der von Zaar & Vahl 1902 am Schnittpunkt beider Straßen errichtete Urbau setzte einen starken städtebaulichen Akzent zur Koenigsallee. Lediglich seine untere Partie mit dem originalen sandsteinernen Hauptportal hat sich bei dem umfassenden Umbau erhalten, der, zusammen mit der Erweiterung des Südflügels an der Herbertstraße, 1926 unter Federführung des Architekten Dettmer durch das Wilmersdorfer Hochbauamt ins Werk gesetzt wurde. Architektonisch interessant ist besonders dieser viergeschossige Erweiterungsflügel von 1926. Sein puristischer Charakter beruht auf der strengen Gliederung der fein geputzten Hauptfassade: klarer Wechsel von Fenstergruppen und hellen Wandfeldern, unterstützt durch das Schmuckmotiv dreier expressionistischer Terrakotta-Skulpturen. Im geringfügig zurückgesetzten Eingangstrakt betonen die Natursteinrahmungen von Treppenhalle und Fensterband die Konzentration auf die Mitte, auf die nun vertikale Rhythmik von Öffnung und Wand, Hell- und Dunkelzone. Das Augenmerk erfordert gleichfalls die zur Caspar-Theyß-Straße gelegene doppelgeschossige Turnhalle von 1958/59, die die Ortstypik der Villenkolonie eigenwillig negiert. Die wegen des zurückspringenden Obergeschosses frei aufsteigenden Stahlbetonbinder an der Straßenseite waren in dieser Zeit bei zahlreichen öffentlichen Bauten ein wiederkehrendes Motiv.

Literatur:
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 98f., 110