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Umweltbundesamt

Obj.-Dok.-Nr.: 09046411
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Bismarckplatz
Hausnummer: 1
Strasse: Caspar-Theyß-Straße & Koenigsallee & Schinkelstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bürogebäude
Datierung: 1935-1937
Entwurf: Tischer, Kurt Heinrich (Architekt)

Die westliche Randbebauung am Bismarckplatz 1, heute Bundesumweltamt, wurde zwischen 1935 und 1937 als Dienstgebäude für die Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes durch Kurt Heinrich Tischer errichtet, der schon in den zwanziger Jahren die Siedlung an der Teplitzer Straße in Schmargendorf erbaut hatte. Der monumentale Verwaltungsbau gehört aufgrund seiner Bestimmung und Ausdehnung zu den singulären Bauten der Kolonie. Die Wahl der stadtfernen Lage in Grunewald wurde mit der Besonderheit des Arbeitsdienstes begründet. Die Dienststelle sollte "draußen im Walde", "breit und aufgelockert" errichtet werden und in der Formgebung "den altpreußischen Bauten Berlins und Potsdams" folgen. (170) Tradition und Seriosität prägten den Kasernenstil der Architektur, deren Hauptfront auflagengemäß nicht zur Koenigsallee wirken durfte, sondern sich zum Innenhof entwickeln mußte. Das Gebäude, das sich aus einem an der Koenigsallee liegenden Flügel, zwei langen Seitentrakten an der Schinkel- und der Caspar-Theyß-Straße, schließlich einem zum Bismarckplatz gerichteten Flügel mit Durchfahrt und Eingängen ehemals zu den Verwaltungs- und Gemeinschaftsräumen zusammensetzt, ist in zwei großen Bauabschnitten aufgeführt worden. Zunächst war der westliche Bau bis etwa zur halben Länge der Seitenflügel eine Dreiflügelanlage, in deren Mitteltrakt zum Hof hinter hohem Mittelrisalit die zentrale Eingangshalle, darüber ein großer Tagungssaal lagen. Als sich im zweiten Bauabschnitt die Anlage kreissegmentförmig schloß, wurden auch städtebauliche Akzente zum Bismarckplatz gesetzt: konkave Platzwand mit säulenbesetzter Durchfahrt und Vorplatz, dessen Pflasterung sich auf die Architektur bezieht.


170) Konstruktiv handelt es sich um einen Stahlbetonbau mit geputzten Fassaden, dem Typus nach um ein Mittelganghaus mit beidseitigen Büroräumen. Im zum Platz gerichteten Riegel liegen ebenso wie im parallelen Rückflügel Repräsentationsräume. Die radial dem hinteren Trakt angefügten Kurzflügel wurden erst nach dem Krieg durch eingeschossige Nutzräume miteinander verbunden. Lit.: CdB (57) 1937, S. 573ff.; Bauwelt (33) 1942, S. 339-42.

Literatur:
  • Bauwelt 33 (1942) / Seite 339-342
  • Zentralblatt der Bauverwaltung 57 (1937) / Seite 573ff.
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 96