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Ehrenhof des ehemaligen Hamburger Bahnhofs

Obj.-Dok.-Nr.: 09046315
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Moabit
Strasse: Invalidenstraße
Hausnummer: 50 & 51
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Ehrenhof
Datierung: 1846-1847

Nach dem Abriss der Bahnsteighalle, der Bahnsteige und Gleisanlagen waren die Voraussetzungen für einen begrünten Hof geschaffen, der erst nach Errichtung der beiden Seitenflügel nach 1910 als Ehrenhof ausgebildet wurde. (1)

Der formale Schmuckplatz zwischen Invalidenstraße und erhöhter Bahnhofsterrasse entstand 1885-86 in historistischer Gestaltung. (2) Seine Hauptwegeachse führt über eine Treppe von der Invalidenstraße auf das Hauptportal des heutigen Museums für zeitgenössische Kunst zu und umschließt ein zentrales Rondell. Etwa an diesem Standort befand sich bis 1874 eine Drehscheibe für Lokomotiven. Das von einer Buchsbaumhecke und Buchsbaumkugeln gesäumte Rondell ist mit Rasen begrünt. In seinem Zentrum wurde 1928 anstelle eines die Hauptachse akzentuierenden Brunnens ein Kriegerdenkmal für die gefallenen Eisenbahner des Ersten Weltkrieges von Emil Cauer aufgestellt. (3) Die 1996-98 erfolgte Wiederherstellung des Ehrenhofs integrierte dieses Denkmal unter Verweis auf die neue Funktion des Gebäudes nicht. Dagegen wurden die den Hauptweg rahmenden Rabatten mit je einer Reihe in Form geschnittener Rotdornbäume sowie mit Efeu berankten Festons und Einfassungen aus Buchsbaum wieder hergestellt. Restauriert wurden auch die Rasenflächen mit ihren Gehölzgruppen und regelmäßig angepflanzten Solitärbäumen- und Sträuchern sowie die Wegebefestigungen. Diese bestehen aus Charlottenburger Gehwegplatten, flankierenden Pflasterstreifen aus Kleinsteinmosaik und Tennenbelag sowie Großsteinpflaster im nun reduzierten Vorplatzbereich. Die neu gestaltete Terrasse vor dem Museum, seitliche Wege und moderne Leuchten entsprechen heutigen Nutzungsanforderungen.


1) BusB X B (2), S. 36-38, 130, 139; BusB V A, S. 32, 58; Schneider, J., Der Hamburger Bahnhof, Berlin 1997. Das Denkmal für Friedrich Neuhaus, eine bronzene Kolossalbüste mit Hermenabschluß über einem Sockel aus schlesischem Marmor, befindet sich in der Ausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin. Ethos und Pathos 1990, S. 141 f., Kat. Nr. 112.

(2) Darstellung der Entwicklungsgeschichte in: Haan, Stephan, Rekonstruktionsplanung Hamburger Bahnhof, Gutachten im Auftrag des Senators für Bau- und Wohnungswesen, Berlin 1988.

(3) Das Kriegerdenkmal für die gefallenen Eisenbahner des Ersten Weltkrieges, eine überlebensgroße Bronzefigur eines herkulischen nackten Mannes, der mit gesenktem Haupt und zerbrochener Fahnenstange in der Linken auf einem breiten Sockel kniet, entstand 1918. Ausführliche Darstellung in Ethos und Pathos 1990, S. 70, Kat. Nr. 51. Es ist beabsichtigt, das zur Zeit im Depot befindliche Denkmal in das Deutsche Technikmuseum Berlin zu überführen.

Literatur:
  • BusB X B 2 1984 / Seite 36ff.
  • Topographie Mitte/Tiergarten, 2005 / Seite 306f.