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Kienhorstpark

Obj.-Dok.-Nr.: 09046248
Bezirk: Reinickendorf
Ortsteil: Reinickendorf
Strasse: Roedernallee & Veltener Straße
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Parkanlage
Datierung: 1931-1932
Entwurf: Kuhrt, Franz (Gartenarchitekt)
Bauherr: Bezirksamt Reinickendorf

Die annähernd rechteckige Fläche zwischen Kremmener Bahn, Ollenhauerstraße, Lindauer und Roedernallee wird weitgehend von Grün bestimmt, wobei etwa die Hälfte auf den Kienhorstpark entfällt. Sie wird von der Veltener Straße durchschnitten, die heute für den Kraftverkehr gesperrt ist, aber noch auf die alte Wegeverbindung vom Dorfanger Reinickendorf nach Tegel hinweist.

Dieses ehemals landwirtschaftlich genutzte Gelände wurde in den zwanziger Jahren in das Grünzugskonzept der Bezirksverwaltung einbezogen. 1924 konnten hier ungefähr zehn Hektar Bodenfläche für die Schaffung öffentlicher Grünanlagen erworben werden. Die schon damals vorhandenen Laubenkolonien haben sich heute als Kolonien "Einheit", "Pflanzersheim" und "Parkheim" etabliert und bilden eine Ergänzung zu den öffentlichen Parkanlagen. Der Sportplatz "Alemannia" hinter dem Kienhorstpark und das an der Roedernallee/Ecke Lindauer Allee errichtete Paracelsus-Bad bilden weitere Einrichtungen zur Freizeitgestaltung.

Die vier Zeilenbauten Lindauer Allee 100-106, 108-114, Waldowstraße 34-37 und Ollenhauerstraße 61-64 sind so ausgerichtet, daß die bis zu ihrem Bau bestehende Sichtverbindung zwischen dem Häuserblock an der Lindauer Allee 101-117 und dem Parkgelände weitgehend erhalten blieb.

Nach dem Bodenerwerb durch die Gemeinde erfolgte 1924 eine Grundgestaltung der Fläche des späteren Kienhorstparks durch Baum- und Strauchpflanzungen sowie die Anlage von Wiesen. Die Überarbeitung des nördlich der Veltener Straße gelegenen Teils wurde 1931/32 durch den Reinickendorfer Garteninspektor F. Kuhrt vorgenommen. Innerhalb dieses Bereiches wurden die vorhandenen, natürlichen Bodenerhebungen sowie der Kienhorstgraben bei der Planung berücksichtigt und gestalterisch genutzt. So entstand im mittleren Teil der Grünanlage ein Teich mit landschaftlich gestaltetem Ufer. Ein aus Betonbruchsteinen gemauertes Aussichtsplateau wurde an der Ostseite, dort wo der Kienhorstgraben den Teich verläßt, errichtet und mit vier Pyramidenpappeln bepflanzt. Durch diese markante Gestaltung unübersehbar, diente es gleichzeitig als Blickfang für einen Aussichtspunkt am gegen überliegenden Ufer.

Der östlich dieses Teiches gelegene Parkbereich wird durch den Charakter einer feuchten Wiese geprägt. Baum- und Strauchpflanzungen an ihren Rändern, aber auch im mittleren Bereich angeordnet, lassen diverse Blickbezüge entstehen.

Westlich des Teiches befindet sich eine große, zusammenhängende Liegewiese, die nach außen von breiten Gehölzpartien abgeschirmt wird. Von Ruheplätzen auf einer weiter westlich gelegenen Geländeerhebung und anderen an exponierter Randlage sich befindenden Aussichtspunkten sollte jedoch der Blick durch den großen Wiesenraum möglich sein.

Ein südlich des Teiches gelegener Rundplatz, der von zwei konzentrischen Baumreihen beschattet worden wäre, sollte als Mittelpunkt ein rundes Schmuckbeet aufnehmen. Allerdings kam es nur zur Ausführung der Grundform dieses Ruhebereiches, die von dichtem Baum- und Strauchwerk gebildet wurde. Heute befindet sich an dieser Stelle nur noch eine einfache Grasfläche. Die im Norden als Abschluß des Parks vorgesehene Promenade mit halbkreisförmigem Eingangsbereich an der Roedernallee und den Baumreihen folgenden, geschnittenen Hecken ist ebenfalls nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, fertiggestellt worden. Doch weist ein heute vorhandener, breiter Weg und eine ihn begleitende Baumreihe aus Platanen auf den ursprünglichen Plan hin.

Trotz dieser Unvollständigkeit hat sich dieser Teil des Kienhorstparks entsprechend der fünf Jahrzehnte seit seiner Gestaltung zu einem Park entwickelt, dessen Raumbildungen, Blickbezüge und einzelne gestalterische Elemente ihn heute in seiner Gesamtheit als typische Grünanlage seiner Entstehungszeit ausweisen.

Literatur:
  • Topographie Reinickendorf/Reinickendorf, 1988 / Seite 74f. & 93f. & 102 & 115 & 179ff. & 199