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Garten des Landhauses Hirschberg

Obj.-Dok.-Nr.: 09046129
Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortsteil: Grunewald
Strasse: Koenigsallee
Hausnummer: 47 & 47A
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Landhausgarten
Datierung: 1906-1907
Entwurf & Ausführung: Ravoth, Max (?) (Architekt)

Gleichfalls in der Tiefe des Gartens liegt das benachbarte, schon 1906/07 fertiggestellte Landhaus Hirschberg. Eine Lindenallee führt auf die Mitte der Vorderfront zu. Die gestalterischen Akzente liegen auf den risalitartig vorgezogenen Außenachsen, namentlich der südlichen. Hier wurde unter einem Säulenaltan der Hauptzugang angelegt und durch einen in das Mansarddach hineinragenden Dreiecksgiebel hervorgehoben. Der zeitüblichen Monumentalität bei stilistischer Anlehnung an antikische Formen entsprechen die den gesamten Baukörper umlaufenden Kolossalpilaster. (267)

Der Garten Hirschberg erstreckte sich ursprünglich auch über das Grundstück Koenigsallee 45-45a. Die Konzeption des zusammen mit dem Wohnhaus, dem zerstörten Gärtner- und Gewächshaus sowie einem Laubengang gestalteten Gartens war streng formal. Der noch vorhandene Garten besitzt eine gestalterische Achse, die den Mittelteil des Hauses durchläuft. An ihr liegen im Vorgarten die Zufahrt mit Toranlage und die ehemals geschnittene Lindenallee. Im rückwärtigen Garten bestimmt die Achse die Anordnung der Treppen in einer aufwendigen Terrassenanlage, die den erheblichen Höhenunterschied zwischen Haus und See überwindet. Die gärtnerisch gestalteten Terrassen besitzen unterschiedliche Tiefe, die auf den vorgefundenen Kiefernbestand zurückzuführen sein dürfte. Die unregelmäßig verteilten Bäume durchbrechen den ansonsten symmetrischen Aufbau der Gesamtanlage und mindern ihre Monumentalität in willkommener Weise. Die Gestaltung der Hangsituation besitzt Seltenheitswert. Der verwilderte Zustand läßt die Bedeutung der ehemals auf Repräsentation bedachten Gartenanlage nur noch ahnen.


267) Das Grundstück umfaßte ursprünglich auch die Koenigsallee 45. Erst 1980 wurde der Seebereich abgetrennt. Durchgreifende Veränderungen erfuhr das Innere des Bauwerks schon 1932.

Literatur:
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 147f.
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 62