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Krankenhausgarten am Städtischen Klinikums Buch, Medizinischer Bereich II

Obj.-Dok.-Nr.: 09046066,T
Bezirk: Pankow
Ortsteil: Buch
Strasse: Karower Straße
Hausnummer: 11
Strasse: Lindenberger Weg
Hausnummer: 53 & 55 & 61 & 67 & 69 & 87 & 87A & 87B
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Krankenhausgarten
Datierung: 1899-1906
Entwurf: Hoffmann, Ludwig (Architekt)

Die Architektur der III. Städtischen Irrenanstalt, Karower Straße 11, und der ebenfalls von Ludwig Hoffmann entworfene Krankenhausgarten bilden eine untrennbare Einheit, ein städtebauliches, architektonisches und gartengestalterisches Gesamtkunstwerk. In den breiten Grünzügen der Mittel- und Querachse sind alle allgemeinen Versorgungsbauten untergebracht. Die seitlich der Achsen angelegten Gruppen von Betten- beziehungsweise Patientenhäusern (Männer, Frauen, Schwerkranke, Genesende usw.) sind durch präzise bemessene Freiräume in ihrer Funktion und ihrer städtebaulichen Wirkung optimiert. Alleen und Wege dienen als hierarchisch organisiertes Leitsystem.

Hoffmann hat den Zugang zur Klinik vom Dorf Buch aus geradezu inszeniert. Man folgt zunächst einer Straße hinter den ehemaligen Dorfgrundstücken, an der Wohnhäuser für Klinikpersonal platziert sind, und biegt in einem Abstand von ungefähr 130 Metern in eine Allee ein, die durch einen großzügig bemessenen Wiesenraum direkt auf die Anstalt zuführt. Die Frontbauten, das etwas zurückgesetzte zentrale Verwaltungsgebäude und zwei flankierende Bettenhäuser, wirken mit ihren Giebeln und Risaliten sowie dem vorgelagerten Torgebäude wie eine Schlossanlage von beachtlichen Ausmaßen.

Hinter dem Verwaltungsbau beginnt der mittlere Grünstreifen mit den zentralen Versorgungsbauten. Er wird von der Querachse mit einer Kapelle und weiteren Versorgungsbauten gekreuzt. Je zwei Lindenalleen für den Hauptverkehr säumen die Mittelachse und kreuzen zwei Alleen der Querachse. Für Fußgänger stehen schmale, von den Hauptwegen getrennte Seitenwege zur Verfügung. Die Versorgungsbauten sind von großzügigen, baumgesäumten Rasenflächen umgeben, die an einigen zentralen Stellen durch Rosenbeete akzentuiert werden. Diese Freiflächen bilden, neben den Gärten in der unmittelbaren Umgebung der Bettenhäuser, die wichtigsten Aufenthaltsräume für die Patienten und ihre Besucher. Der Schnittpunkt der mittleren Grünachsen, das Zentrum der gesamten Anlage, ist durch einen Brunnen mit einem runden Becken betont, dessen Skulptur von Georg Wrba, ein "Gänsejunge", jedoch verschollen ist. Um den Brunnen herum waren im Viertelkreis Rosenbeete angelegt, deren Beeteinfassungen in Resten noch zu erkennen sind.

Die Patientenhäuser sind auf beiden Seiten der Mittelachse parallel hintereinander angeordnet. Die Gärten oder Gartenhöfe in ihrer unmittelbaren Nähe dienen dem Aufenthalt der Kranken des jeweiligen Hauses und sind daher teilweise durch Hecken abgegrenzt. Ihre ehemals streng formale Gestaltungsweise ist anhand der zum größten Teil erhaltenen Heckenstruktur aus Hainbuche noch ablesbar. Als verbindendes Element zwischen Architektur und Garten setzte Ludwig Hoffmann Fassadenbegrünungen mit Wildem Wein ein, die noch in weiten Teilen erhalten sind. In den Jahren 1999 und 2000 wurden die Gärten im Bereich der heutigen Rheumaklinik denkmalgerecht restauriert. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Revitalisierung der geometrischen Strukturen aus Bäumen, Hecken, Wegen und Rasenflächen.

Literatur:
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, Berlin 1987Architektur von Ludwig Hoffmann, 1987Schmitz, Hermann/ Ludwig Hoffmanns Wohlfahrtsbauten der Stadt Berlin, Berlin 1927Reclam Berlin, 1991 / Seite 132
  • Keil, Barbara, Baudenkmale in Pankow, Berlin 1993Topographie Buch, 2010 / Seite 102ff.
Teilobjekt Gänsebrunnen
Teil-Nr.: 09046066,T,001
Sachbegriff: Brunnen & Brunnenfigur
Datierung: 1904-1906
Entwurf & Ausführung: Wrba, Georg & Vogel, August (Bildhauer)
Teilobjekt Bronzebüste von Christoph Wilhelm Hufeland
Teil-Nr.: 09046066,T,002
Sachbegriff: Plastik
Datierung: 1833
Entwurf: Rauch, Christian Daniel (Bildhauer)